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Buschbrände : Australien muss umdenken

Morrison (zweiter von links) hat in den vergangenen Tagen keine gute Figur abgegeben. Bild: EPA

Premierminister Morrison hat desaströse Wochen hinter sich. Nun will er mit Steuergeldern den Opfern der Brände helfen. Doch eine Neujustierung der Klimapolitik ist unausweichlich.

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          Zwei Dinge haben die australischen Weltstars Nicole Kidman, Cate Blanchett und Russell Crowe ihrem Ministerpräsidenten voraus: Sie zeigen in der Not früh Anteilnahme und trauen sich, den Mund aufzumachen. Bei der Verleihung der Golden Globes versprachen sie Brandopfern und Feuerwehrleuten in Australien Millionen von Dollar. Und sie wiesen auf den Zusammenhang von Erwärmung, Dürre und Bränden hin.

          Premierminister Scott Morrison hingegen blieb am Ende von zwei desaströsen Wochen der Fehltritte und Peinlichkeiten nichts anderes, als nun Steuergelder zu nehmen, um sich Zustimmung zu erkaufen. Den Haushaltsüberschuss, das große Wahlversprechen, gefährdet der frühere Schatzkanzler dabei.

          Natürlich brauchen die Opfer Milliarden von Dollar Soforthilfe. Doch ist die Frage berechtigt, ob Australien Nutzer und Förderer fossiler Brennstoffe nicht an den Kosten der Emissionen beteiligen sollte. Ein hochentwickelter, leistungsfähiger Staat, der mit nur 25 Millionen Menschen für 1,1 Prozent der Emissionen der Welt steht, wird seinen Kurs in der Energie- und Klimapolitik ändern müssen, statt sich abzuschotten. Auch anderen konservativen Regierungen gelingt der Schwenk.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

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