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Billigflug-Debatte : Abgehobene Klimapolitik

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock Bild: Reuters

Annalena Baerbock und Olaf Scholz wollen billiges Fliegen verbieten. Beide tun dabei so, als gäbe es noch keine Klimaschutz-Vorgaben für den Luftverkehr. Das Gegenteil stimmt.

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          In der Corona-Pandemie träumen viele von fremden Ländern. Aber selbst wenn alle Reiseschranken wieder fallen sollten, könnten die Traumziele für einige unerreichbar bleiben, denn Schnäppchenangebote sind zum Politikum geworden. Den Grünen ist das Fliegen zu billig. Ihre Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat das gerade zu Protokoll gegeben.

          Zuvor hatte Olaf Scholz, ihr Konkurrent von der SPD, eine Preisuntergrenze für Billigflüge in Europa genannt. Beide wollen mit dem Preishammer das Klima schützen. Sie schielen auch auf die Wahl. Das wäre in Ordnung, täten beide nicht so, als gäbe es noch keine Klimaschutz-Vorgaben für den Luftverkehr. Das Gegenteil stimmt. In Deutschland verteuert die Ticketsteuer das Fliegen.

          Wichtiger noch: Der Luftverkehr ist in den EU-Emissionshandel einbezogen. Das ist ein harter CO2-Deckel. Für die Grünen ist die Sache mit dem Preis recht einfach. Ihre gut verdienenden Anhänger fliegen viel, aber mit schlechtem Gewissen. Vergällen hohe Preise sozial Schwächeren das Fliegen, könnte die grüne Klientel ohne Scham reisen. Für das gute Ziel sorgen andere dann zwangsweise. So sieht abgehobener Klimaschutz aus.

          Manfred Schäfers
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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