https://www.faz.net/-gqe-adyqu

Bezos und Branson : Weltraumspaß mit Milliardären

Vor dem Start: Jeff Bezos, Gründer von Amazon und des Weltraumtourismus-Unternehmens Blue Origin (mit erhobener Faust) Bild: dpa

Die Weltraumflüge der beiden Unternehmer Bezos und Branson werden zurecht nicht nur bejubelt. Aber die private Raumfahrtindustrie hat auch einen Innovationsschub gebracht.

          3 Min.

          Für Jeff Bezos war es „der beste Tag aller Zeiten“, Richard Branson nannte es „magisch“. Im Abstand weniger Tage flogen die Multimilliardäre in den Weltraum, als erste Menschen, die dies mit ihrem eigenen Raumfahrtunternehmen taten. Um seinem Flug historische Symbolik zu geben, wählte Bezos dafür den Jahrestag der ersten Mondlandung. Branson setzte daraufhin seinen Trip noch etwas früher an und kam Bezos zuvor. Beide sehen ihre Fahrten ins All nicht nur als persönliches Abenteuer, sondern als Wegbereiter für Weltraumtourismus. Was sie erlebt haben, soll bald einer breiteren Masse möglich sein. Und irgendwann würden Vergnügungsreisen ins All etwas ganz Alltägliches.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die Weltraumtouren von Bezos und Branson sind ein riesiger Erfolg, werden aber nicht nur bejubelt. Für manche ist es eine obszöne Zurschaustellung von Reichtum, und mit ihrem kindischen Wettbewerb, wer als Erster fliegt, haben die Unternehmer diese Wahrnehmung gefördert. Gerade Bezos wird vorgehalten, er habe sich auf fragwürdige Weise in die Lage versetzt, das extravagante Vorhaben zu finanzieren, mit Steuerkniffen oder auf dem Rücken von Mitarbeitern des bis kürzlich von ihm geführten Online-Händlers Amazon, die oft über schlechte Arbeitsbedingungen klagen. Vielleicht am schwersten wiegt der Einwand, dass Bezos und Branson mit ihren Unternehmen Blue Origin und Virgin Galactic ein Zeitalter von Spaßtrips ins All einzuläuten versuchen, während der Kampf gegen den Klimawandel immer dringlicher wird. Sie schmücken sich zwar mit persönlichen Klimainitiativen, haben aber keine überzeugende Antwort, wie sich Weltraumtourismus damit vereinbaren lässt.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Aus der Luft sind der niedrige Wasserstand des Lake Powell und der „Badewannen-Ring“ gut zu erkennen.

          Grand Canyon : See ohne Wiederkehr

          Dürre setzt dem Lake Powell oberhalb des Grand Canyon zu: Millionen Touristen bleiben auf dem Trockenen. Hausbootsbesitzer sollen ihre Boote vom Wasser holen, solange das noch möglich ist.
          Am 17. Juli in Erftstadt: Armin Laschet ist lachend zu sehen, während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein Pressestatement gibt.

          Laschet und die Flut : Das Lachen des Landesvaters

          Als das Wasser kam, wollte der Kanzlerkandidat der Union helfen, zuhören – und vielleicht auch Wahlkampf treiben. Dann wuchs der Druck und alles kam anders.
          Liebe Bürger*innen: Das Wahlprogramm der Grünen benutzt konsequent Genderformen mit Genderstern.

          Gendern im Wahlprogramm : Zwangsbeglückung der Sprachgemeinschaft

          Aus den Bürgern werden die Bürger*innen: Das Wahlprogramm der Grünen benutzt konsequent Genderformen mit Genderstern – dabei lehnt die Mehrheit der Deutschen das „Gendern“ ab. Ein Gastbeitrag.