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Brandkatastrophe in Sydney : Australien bekommt den Klimawandel zu spüren

Buschbrände rund 100 Kilometer nördlich von Sydney Bild: AFP

Die Regierung setzt weiter auf Kohle, weil sie um ihr politisches Überleben ringt. Die Menschen aber leiden unter Dürre und Feuerwalzen. Nun wird Canberra für seine Klimapolitik an den Pranger gestellt.

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          Normalerweise hätten sich die Mannschaften auf ihren Rennyachten in der weltberühmten Bucht von Sydney zu Wochenbeginn verausgabt. Doch fiel das Training für die Traditionsregatta nach Hobart am Zweiten Weihnachtstag erstmals nach einem Vierteljahrhundert aus – denn die Bucht war von dichtem Rauchnebel verhüllt. Die Segler gingen an die Bar, doch an Land schufteten rund 3000 Feuerwehrleute: Sie legten Brandschneisen an, um eine Feuerwalze aufzuhalten, die es so noch nicht gegeben hat.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Inzwischen räumt auch Malcolm Turnbull, der bis zum vergangenen Jahr amtierende Ministerpräsident Australiens, ein, dass der Klimawandel mit Trockenheit und Hitzewellen die Brände im Osten Australiens verschlimmert. Die Regierung seiner Partei aber will jeden Kursschwenk in ihrer Klimapolitik verhindern. Und wird in ihrer Haltung jetzt sogar von den traditionell konservativen Bodenschatzkonzernen überholt. Nachdem Canberra den Klimagipfel der Vereinten Nationen im September schwänzte und den Green Climate Fund verlassen hat, bestimmte eine Gruppe von Nicht-Regierungsorganisationen Australien zum Land mit der schlimmsten Klimapolitik unter 57 Staaten – es übe zudem eine „rückschrittliche Wirkung“ auf andere Länder aus.

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