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Klaus Wiesehügel : Konsequent links

Klaus Wiesehügel Bild: dpa

Der Gewerkschafter Klaus Wiesehügel soll Arbeitsminister werden, falls die SPD die Wahl gewinnt. Die Personalie hat auch Sozialdemokraten erstaunt.

          Eines muss man Klaus Wiesehügel lassen: Er ist ein geradliniger Gewerkschafter, ein Mann klarer Worte und klarer Taten obendrein. Andere Bewerber um politische Ämter lassen sich nicht festlegen, wie sie sich nach der Wahl verhalten werden. Oder sie verschanzen sich hinter Worten, die das Gegenteil des Vermuteten bedeuten können. Bei ihm gibt es das nicht.

          Eben noch hatte er sich auf eine sechste Amtszeit als Chef der IG Bau eingestimmt, nun knüpft er seine Zukunft bedingungslos an die SPD. Er will Arbeitsminister werden, und allein für die Chance gibt er den Gewerkschaftsvorsitz auf.

          Dass ausgerechnet er, einer der lautstärksten Kämpfer gegen Rente mit 67 und Agenda 2010, die gewerkschaftliche Lichtgestalt der SPD werden soll, hat aber auch Sozialdemokraten erstaunt. Andere Kandidaten mit pragmatischem Ruf - etwa aus den Reihen der starken Konzernbetriebsratschefs - wollten der SPD in ihrem Holperwahlkampf wohl nicht so viel Vertrauen schenken. Am Ende aber könnte sich die Geradlinigkeit für Wiesehügel auszahlen. Gemessen am regulierwütigen SPD-Programm, ist die Personalie nur konsequent. Man darf nun gespannt sein, ob auch die CDU noch einen Schritt weiter links nachrückt.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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