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In Malaysia : Klagen gegen Spitzenmanager von Goldman Sachs

Werbeplakat für den Staatsfond 1MDB. Bild: Reuters

Malaysia nimmt frühere und heutige Spitzenbanker von Goldman Sachs ins Visier: Im Zuge der seit Jahren währenden Staatsaffäre um entwendete Milliarden aus ...

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          Malaysia nimmt frühere und heutige Spitzenbanker von Goldman Sachs ins Visier: Im Zuge der seit Jahren währenden Staatsaffäre um entwendete Milliarden aus dem ehemaligen Staatsfonds 1MDB hat der Generalstaatsanwalt des südostasiatischen Landes Anklage gegen 17 Goldman-Sachs-Mitarbeiter erhoben. Die Investmentbank war beteiligt, Anleihen von 1MDB aufzulegen. Generalstaatsanwalt Tommy Thomas erklärte am Freitag, er ziele auf Freiheitsstrafen und Geldstrafen ab. Zu den Angeklagten zählt unter anderen Richard Gnodde, der in London ansässige Vorstandsvorsitzende von Goldman Sachs International. Goldmann Sachs erklärte daraufhin: „Wir halten die Anklagen, ebenso wie diejenigen gegen drei Goldman-Sachs-Gesellschaften im Dezember letzten Jahres, für fehlgeleitet. Mitglieder der ehemaligen malaysischen Regierung und von 1MDB haben Goldman Sachs, externe Anwälte und andere hinsichtlich der Verwendung der Einnahmen aus diesen Transaktionen belogen.“ In Banker-Kreisen herrscht Kopfschütteln, unter anderem über die Höhe der Einnahmen, die die Amerikaner bei ihren Geschäften generiert haben sollen.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Generalstaatsanwalt Thomas lässt sich derweil nicht einschüchtern. Er erklärte am Freitag, seine Klagen beruhten auf der „Schwere des Plans zum Betrug und zur betrügerischen Zweckentfremdung von Milliarden (Dollar) an Anleiheerlösen, dem langen Zeitraum, in dem die Straftaten geplant und ausgeführt wurden, der Anzahl der beteiligten Tochtergesellschaften, leitenden Angestellten und Arbeitgeber von Goldman Sachs und dem relativen Wert der Gebühren und Provisionen, die an Goldman Sachs für deren vielfältige Aufgaben bei der Vermittlung, Strukturierung, Zeichnung und Veräußerung der drei Anleihen gezahlt wurden“.

          Falls schuldig gesprochen, drohen den Bankern Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren und Geldstrafen von mindestens umgerechnet 213 000 Euro. Schon im Dezember hatte Malaysia Klage gegen Goldman Sachs und zwei der augenscheinlich Beteiligten eingereicht. Unter den nun Angeklagten befinden sich auch Michael Evans, ein früherer Partner, der heute als Präsident bei China-Internethändler Alibaba arbeitet, und Michael Sherwood, der früher unter anderem das Europa-Geschäft der Bank leitete. Als Vorläufer von Gnodde war er 2016 stellvertretender Chef von Goldman Sachs International und sitzt heute unter anderem im Führungsgremium des Fintech-Unternehmens Revolut.

          Die Staatsanwaltschaften von mindestens sechs Ländern – unter anderem die Vereinigten Staaten, Singapur und der Schweiz – arbeiten seit Jahren an dem Fall. Mehrere Milliarden Dollar sollen von einer Gruppe Krimineller um den chinesischstämmigen Finanzier Jho Low aus den Geschäften mit den Steuergeldern abgezweigt worden und vor allem in Luxusgüter, Partys und auch das Finanzieren von Hollywood-Streifen gesteckt worden sein. Im Mittelpunkt der Affäre steht der frühere Partner von Goldman Sachs, Tim Leissner. Der deutsche Banker mit Dienstsitz in Singapur, der für sein schillerndes Playboyleben bekannt war, ist in Amerika geständig. Malaysia hatte erklärt, Zahlungen in Höhe von 7,5 Milliarden Dollar von Goldman Sachs zu erwarten.

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