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In Deutschland : Die Kita-Betreuung ist am besten in ...

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Kinder spielen in einem Bällebad in einer Kita in Schleswig-Holstein. Bild: dpa

Wie gut sind die deutschen Kindertagesstätten? Fachleute haben sie verglichen und große Unterschiede festgestellt – nicht nur zwischen Ost und West.

          Trotz personeller Verbesserungen für Kitas und Kinderkrippen gibt es in Deutschland nach wie vor große regionale Unterschiede. Im Osten Deutschlands war im vergangenen Jahr eine Betreuungskraft für sechs Kinder unter drei Jahren zuständig, in Westdeutschland waren es durchschnittlich 3,6 Kinder. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Bertelsmann Stiftung im Rahmen des sogenannten Ländermonitors über frühkindliche Bildung. Fünf Jahre zuvor kam eine Betreuungskraft auf 6,4 Kinder im Osten und 3,9 im Westen.

          In Nordrhein-Westfalen liegt der Betreuungsschlüssel bei einer Betreuungskraft für 3,7 Kinder unter drei Jahren. Den besten Personalschlüssel hat Baden-Württemberg (3 zu 1), Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt (6,4 zu 1). Allerdings würden in Ostdeutschland traditionell deutlich mehr Kinder unter drei Jahren in Krippen betreut, hieß es.

          Auch wenn es um ältere Kita-Kinder geht, liegt Baden-Württemberg mit einem Verhältnis von einer Fachkraft für sieben Kinder vorn. Das ungünstigste Betreuungsverhältnis in dieser Altersgruppe hat der Studie zufolge Mecklenburg-Vorpommern mit 13,4 Kindern pro Fachkraft. Auch innerhalb der Bundesländer bestehen laut Studie große Unterschiede. Die Experten der Bertelsmann Stiftung empfehlen ein Betreuungsverhältnis von einer Fachkraft für je drei unter dreijährige Kinder beziehungsweise für 7,5 ältere Kinder in der Kita.

          Nach den Empfehlungen der Stiftung müssten in Nordrhein-Westfalen zusätzlich 15.536 vollzeitbeschäftigte Fachkräfte eingestellt werden. Das würde der Studie zufolge jährlich 706 Millionen Euro kosten. Weiteres Personal und Kosten seien für die Leitung der Kindereinrichtungen nötig, erklärte die Stiftung.

          Seit dem Jahr 2014 liege bundesweit der Anteil der Kitas, in denen Zeit für Leitungsaufgaben fehle, unverändert bei neun Prozent. Die Stiftung forderte bundesweit einheitliche Qualitätsstandards für Kitas.

          Grundlage des jährlich aktualisierten Ländermonitors sind Auswertungen von Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder unter anderem aus der Kinder- und Jugendhilfestatistik. Stichtag für die Datenerhebung war der 1. März 2017.

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