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Kirch-Insolvenz : Netzer erwirbt WM- und Bundesligarechte

  • Aktualisiert am

Mächtiger Mann am Ball: Günter Netzer Bild: AP

Der Sportrechtehandel der insolventen KirchMedia wird auf Wunsch der Gläubiger an eine Investorengruppe um Günter Netzer verkauft.

          Günter Netzer ist seit Donnerstag einer der stärksten Männer im deutschen und internationalen Fußball. Denn die Sportrechte der insolventen KirchMedia, darunter die Rechte an der Fußball-Bundesliga und der WM 2006, wurden an eine Investorengruppe um den 58-jährigen ehemaligen Nationalspieler verkauft.

          Der zwölfköpfige Gläubiger-Ausschuss segnete auf seiner Sitzung am Donnerstag in München den Verkauf ab. Der Kaufpreis liege im dreistelligen Millionen-Bereich, sagte KirchMedia-Geschäftsführer Hans-Joachim Ziems.

          Keine Chance für Leo Kirch

          Zum Sportrechte-Bereich der KirchMedia gehören die KirchSportAG in der Schweiz und die Buli GmbH in München, die die Rechte am WM- und Bundesligafußball halten. Die Entscheidung über den Verkauf der restlichen Teile der KirchMedia soll am 30. Oktober fallen.

          Für einen Erwerb der Sportrechte hatte sich auch Leo Kirch selbst interessiert. Gemeinsam mit seinem ehemaligen Stellvertreter Dieter Hahn wurde er als Drahtzieher hinter der Schweizer Investoren-Gruppe „Invison“ vermutet.

          Auch der deutsch-französische Sportvermarkter „Sportfive“, in dem nach einer Fusion der ehemalige Kirch-Konkurrent und Bertelsmann-Ableger Ufa sports aufgegangen war, hatte Interesse signalisiert und wollte mitbieten. Dies bestätigte CEO Jean-Claude Darmon.

          Fifa favorisierte Investoren um Netzer

          Nun setzte sich aber erwartungsgemäß das Modell eines „Management-Buy-Out“ bei der KirchSport AG durch. Auch der Welt-Fußballverband Fifa favorisierte dem Vernehmen nach diese Lösung. Als Kaufpreis waren zuletzt Beträge zwischen 300 und 500 Millionen Euro im Gespräch.

          Das Management um Netzer wird vom früheren adidas-Chef Robert Louis- Dreyfus als Finanzier unterstützt. Es erwirbt nun die Kirch Sport AG mit Sitz im schweizerischen Zug, die Buli GmbH, in er nach der Insolvenz im Sommer die Bundesliga-Rechte ausgegliedert wurden, und weitere Firmen.

          „Das Gebot der Gruppe um Günter Netzer war eindeutig besser als das der Konkurrenz“, erklärte der vom Insolvenzverwalter eingesetzte Ziems. KirchMedia hatte für die Bundesliga-Rechte in dieser und der nächsten Saison je 290 Millionen Euro garantiert. Für die WM-Rechte 2006 ist über eine Milliarde Euro an die Fifa zu bezahlen

          DSF und Sport1 nicht verkauft

          Nicht im Paket sind der Spartensender DSF, für den sich nach wie vor der französische Eurosport-Betreiber TF1 interessiert. Gleichfalls nicht verkauft wurden vorerst der Internet-Anbieter Sport1, die Rechtefirma ISPR und die Datenfirma ISM.

          Damit wird auch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) warten, eine Option einzulösen, sich mit 25 Prozent am defizitären Sportsender DSF und dem Online-Sportkanal zu beteiligen. Dies will die Liga davon abhängig machen, wer die restlichen Anteile mit welchen Sportrechten hält.

          ARD bemüht sich um Übertragungen

          Damit ist aber noch keine Entscheidung gefallen, welche Sender künftig Bundesliga und / oder WM 2006 übertragen können. Darum bemühte sich die ARD, zügig ihre Zusammenarbeit mit Günter Netzer als TV-Kommentator bis 2006 zu verlängern. Offiziell soll die Vertragsverlängerung auf einer Pressekonferenz in der kommenden Woche verkündet werden.

          Der 58 Jahre alte ehemalige Nationalspieler kommentiert die Länderspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft seit 1998 zusammen mit Gerhard Delling und hat dafür bereits den angesehenen Grimme-Preis erhalten.

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