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Christoph Schäfer, Ressortleiter Wirtschaft und Finanzen FAZ.NET

Kindergeld : Die Mitte zahlt

Das „sozial gestaffeltes Kindergeld“ der SPD würde dafür sorgen, dass auch Normalverdiener belastet werden, die sich selbst nie zu „den Reichen“ zählen würden. So gewinnt man die Mitte nicht für die Sozialdemokratie.

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          Die SPD will ein „sozial gestaffeltes Kindergeld“ einführen. Es soll „für mehr Gerechtigkeit und Zielgenauigkeit“ in der Familienförderung sorgen.

          Sollten die Pläne nach der Bundestagswahl im September verwirklicht werden, erhalten Geringverdiener je Kind und Monat bis zu 140 Euro mehr Geld als bisher. Auf der anderen Seite wird der Kinderfreibetrag faktisch abgeschafft.

          Auch Normalverdiener werden zahlen müssen

          Es ist ehrenwert, dass die SPD schon vor dem Urnengang aufzeigt, wie sie die Kosten ihres Konzepts (etwa 2 Milliarden Euro) finanzieren will. Aber es ist keck, unter dem Wahlkampfschlager „mehr soziale Gerechtigkeit“ fast jede dritte Familie mit durchschnittlich 45 Euro im Monat belasten zu wollen.

          Die SPD will derart viel Geld nach unten umverteilen, dass dafür auch Normalverdiener zahlen müssen, die sich selbst nie zu „den Reichen“ zählen würden. In Wahrheit leben in Deutschland schlicht zu wenig Einkommensmillionäre, um dort genug Geld für die Ausgabenwünsche der SPD eintreiben zu können. Die „Neue Mitte“, die Altkanzler Gerhard Schröder der SPD erschließen wollte, lässt sich durch Umverteilung zu ihren Lasten kaum für die Sozialdemokratie begeistern.

          Christoph Schäfer

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und Finanzen Online.

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