https://www.faz.net/-gqe-af50s

KfW-Studie : Kleine Mittelständler leiden besonders unter Corona-Krise

  • Aktualisiert am

Der Mitarbeiter eines Büromöbelherstellers trägt Möbelplatten zur Bohr-und Fräsbearbeitung. Bild: dpa

Betriebe mit unter fünf Beschäftigten leiden am häufigsten an den Krisenfolgen, wie aus einer aktuellen Studie hervorgeht. Demnach mussten im Mai 41 Prozent von ihnen nach wie vor Umsatzeinbußen hinnehmen. Von einer Pleitenwelle geht die KfW aber nicht aus.

          1 Min.

          Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie treffen die rund 3,8 Millionen Mittelständler in Deutschland unterschiedlich hart. Einer KfW-Studie zufolge kommen kleine Unternehmen schlechter durch die Krise als etwa mittelgroße Firmen. Auch Unternehmen, die im Ausland aktiv sind oder bereits vor der Krise eine schwache Bonität hatten, seien stärker betroffen, hieß es in der am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung der staatlichen Förderbank.

          Demnach verzeichneten im Mai dieses Jahres insgesamt 39 Prozent der mittelständischen Unternehmen mit einem Umsatz von maximal 500 Millionen Euro jährlich Erlöseinbußen. Zu Krisenbeginn im April 2020 waren es 66 Prozent. Über eine im Zuge der Pandemie gesunkene Eigenkapitalquote berichteten etwa ein Viertel (24 Prozent) der Firmen. Die Eigenkapitalquote ist eine wichtige Größe bei der Ermittlung der Kreditwürdigkeit von Unternehmen. Eine Verschlechterung der Quote kann die Finanzierungsmöglichkeiten schmälern.

          Pleitewelle nicht in Sicht

          Mit einer Pleitewelle im Mittelstand rechnet KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib jedoch nicht. „Ich halte das Ausmaß für mögliche zusätzliche Insolvenzen für begrenzt.“ Etwa die Hälfte der Firmen verzeichnete gleich gebliebene Eigenkapitalquoten, 17 Prozent einen Anstieg. Beim Rest war die Entwicklung zunächst unklar.

          Den Angaben zufolge leiden kleine Unternehmen mit weniger als 5 Beschäftigte am häufigsten unter den Krisenfolgen. Demnach kämpfen 41 Prozent von ihnen nach wie vor mit Umsatzeinbußen, 24 Prozent berichteten von einer niedrigeren Eigenkapitalquote. „Sie haben aufgrund ihrer geringeren Unternehmensgröße grundsätzlich weniger Möglichkeiten, ausreichend große Reserven für die Überwindung von Krisen aufzubauen“, erläuterte Köhler-Geib.

          F.A.Z. Frühdenker – Der Newsletter für Deutschland

          Werktags um 6.30 Uhr

          ANMELDEN

          Auslandsaktive Mittelständler sind sowohl hinsichtlich der Umsatzeinbußen (46 Prozent versus 37 Prozent) als auch der Entwicklung der Eigenkapitalquote (29 Prozent versus 22 Prozent) bislang schlechter durch die Corona-Krise gekommen als im Inland tätige Unternehmen.

          Innovation erhöht den Widerstand

          Eine größere Widerstandskraft wurde bei Unternehmen festgestellt, die vor Ausbruch der Pandemie Innovations- und Digitalisierungsprojekte durchgeführt hatten. Sie verzeichneten seltener als der Durchschnitt gesunkene Eigenkapitalquoten. „Dass digitale und innovative Mittelständler besser durch die Pandemie gekommen sind, gibt der Wirtschaftspolitik Rückenwind, nun die Weichen richtig zu stellen und verstärkt Zukunftsinvestitionen in Digitalisierung und Innovation sowie in Klimaschutz anzuregen“, sagte Köhler-Geib.

          Weitere Themen

          Die Rückkehr der ganz großen Gaming-Show

          Milliardenmarkt „E-Sport“ : Die Rückkehr der ganz großen Gaming-Show

          Die Begeisterung für den „E-Sport“ ist ungebrochen – und lässt junge Zocker und renommierte Unternehmen vom großen Geld träumen. Im Stadion von Bukarest findet bald mit dem „The International“ eines der größten Gaming-Turniere der Welt statt.

          Topmeldungen

          Ellbogencheck: Boris Johnson und Angela Merkel im Juli dieses Jahres.

          Briten zur Bundestagswahl : Da herrscht das Chaos

          In Großbritannien blickt die Presse nicht allzu hoffnungsfroh auf die Bundestagswahl. Das hat viel mit dem kritisch betrachteten Erbe von Angela Merkel zu tun.
          Die Deutschen hängen an ihrem Bargeld. Doch immer mehr junge Menschen legen ihr Geld in Aktien an.

          Deutsche und ihr Vermögen : Der lange Abschied vom Sparkonto

          Das Geldvermögen der Deutschen ist groß wie nie. Die Sparer haben ihr Geld aber über die Jahre umgeschichtet. Vor allem bei Jüngeren gibt es einen bemerkenswerten Effekt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.