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Geld für den Investitionsfonds : Europa kann auf die KfW zählen

  • -Aktualisiert am

Kreuzfahrtschiffe wie dieses werden von der KfW finanziert. Bild: dpa

8 Milliarden Euro macht die Förderbank locker, um die europäische Wirtschaft anzukurbeln. Beim deutschen Mittelstand dagegen ist das Geld der KfW nicht mehr so gefragt.

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          Jean-Claude Juncker kann auf die deutsche Förderbank KfW zählen. Die EU-Kommission will einen Investitionsfonds aus öffentlichen und privaten Quellen schaffen, der mit mindestens 315 Milliarden Euro die Wirtschaft im Euroraum stimulieren soll. „Und wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass der Juncker-Plan erfolgreich wird“, sagte der KfW-Vorstandsvorsitzende Ulrich Schröder vor Journalisten. Rund 8 Milliarden Euro will die Förderbank dafür bereitstellen – das Ausfallrisiko soll allerdings nicht die Bundesregierung übernehmen, sondern der EU-Fonds. Schröder empfahl, das Projekt schnell zu starten, zum Beispiel mit Kreditprogrammen für mittelständische Betriebe.

          „Es gibt zu wenig gute Projekte“

          „Die Methoden dazu, etwa über Globaldarlehen sind erprobt.“ Schwieriger umzusetzen sei der Plan der Kommission, aus dem Investitionstopf auch große Infrastrukturprojekte zu finanzieren. „Es gibt einen kleinen Denkfehler im Juncker-Plan: In Europa fehlt es dafür nicht an Liquidität, sondern es gibt zu wenig gute Projekte“, mahnte Schröder.

          Insgesamt werde Europa „immer wichtiger für die Aktivitäten der KfW“ – etwa indem das deutsche Institut häufiger Globaldarlehen an andere europäische Förderbanken vergibt, die diese Mittel wiederum ins eigene Land durchreichen sollen. In Deutschland dagegen spürt die KfW insbesondere in der Mittelstandsfinanzierung, dass ihre Darlehen derzeit weniger gefragt sind, weil die Betriebe selbst ein gutes Kapitalpolster haben und weil viele Geschäftsbanken ihr eigenes Firmenkundengeschäft forcieren. Deshalb sanken die Mittelstandskredite der KfW im vergangenen Jahr um 12 Prozent auf 19,9 Milliarden Euro, und das gesamte Inlandsgeschäft ging um 8 Prozent auf 47,6 Milliarden Euro zurück.

          Deutlich mehr Darlehen vergab die KfW dagegen im Exportgeschäft und auch  die  Entwicklungshilfedarlehen legten deutlich zu, sodass das gesamte internationale Volumen um ein Viertel auf 25,5 Milliarden Euro anstieg. In der Summe ergab das mit 74,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 72,5 Milliarden Euro) die höchste Mittelzusage seit dem Sonderjahr 2010, als die KfW in der Rezession ein großes Konjunkturprogramm aufgelegt hatte.

          Bis zum Herbst hatte es noch so ausgesehen, als sollte die Rolle der Staatsbank als Finanzierer der deutschen Volkswirtschaft etwas schrumpfen, was angesichts der niedrigen Zinsen und der damit verbundenen großen Liquidität im Bankenmarkt auch nicht verwundert hätte. Aber dann seien noch einige Großprojekte – zum Beispiel die milliardenschwere Finanzierung von Kreuzfahrtschiffen oder des indischen Stromnetzes – in die Bücher gekommen, hieß es. „Wir machen im Vorstand keine Vorgaben für das Fördervolumen, wir reagieren auf die Nachfrage aus dem Markt“, betonte Schröder. Man wolle aber definitiv „der größte Umwelt- und Klimaschutz-Finanzierer der Welt“ bleiben, fügte er hinzu. 2014 flossen 36 Prozent aller KfW-Kredite in dieses Feld.

          KfW kann sogar schon Negativzinsen berechnen

          Das niedrige Zinsniveau ist dabei Vorteil und Nachteil zugleich. Nachteil, weil es auch die Zinserträge der Bank schmälert. Dennoch sei dem Institut wieder ein Gewinn oberhalb des eigenen Zielbands von 1 bis 1,2 Milliarden Euro gelungen, sagte Schröder – Details werden erst Anfang April genannt. Und Vorteil, weil sich die KfW mit der Garantie des Bundes im Rücken selbst immer günstiger neue Mittel am Kapitalmarkt besorgen kann. „Die Nachfrage nach unseren Anleihen ist sehr stark“, sagte Schröder – so stark, dass die Bank ihren Investoren für Papiere mit einer Laufzeit bis zu 4 Jahren nun sogar negative Zinsen bieten kann, also de facto Geld dafür bekommt, dass sie sichere Anleihen ausgibt. „Solche Refinanzierungssätze gab es noch nie in der 60jährigen Geschichte der KfW“, erläuterte Schröder.

          Die Wagnisfinanzierung wird wieder aufgenommen

          Wieder einsteigen will die Förderbank noch im ersten Quartal dieses Jahres in die Finanzierung von Wagniskapitalfonds, die ihr Geld in deutsche Jungunternehmen stecken. Aus diesem „Venture“-Geschäft hatte sich die KfW erst vor wenigen Jahren zurückgezogen. Auf Wunsch des Bundes sollen in den kommenden Jahren wieder bis zu 400 Millionen Euro an Wagniskapitalgesellschaften vergeben werden, kündigte Vorstandsmitglied Ingrid Hengster an. Zudem werde zusammen mit dem Bund ein Direktbeteiligungsfonds aufgelegt, der 500 Millionen Euro umfassen soll.

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