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Neuer Förderstopp : KfW-Förderung für Neubauten schon wieder erschöpft

  • -Aktualisiert am

Statt bis zum Ende des Jahres konnten Bauherren die Förderanträge nur wenige Stunden lang stellen. Bild: dpa

Das Drama um die KfW-Gebäudeförderung geht in die nächste Runde. Von heute an konnten Bauherren wieder Gelder für energieeffiziente Neubauten beantragen. Sie waren nach nur wenigen Stunden ausgeschöpft.

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          Die Freude vieler Hausbauer währte nur wenige Stunden: Kaum hatte die staatliche Förderbank KfW am Mittwoch wieder Anträge für Neubauten nach dem Effizienzhaus-40-Standard angenommen, musste sie das Programm auch schon wieder einstellen. Die von der Bundesregierung bereitgestellte 1 Milliarde Euro war binnen kürzester Zeit ausgeschöpft. Und das, obwohl das Wirtschaftsministerium die Fördersätze gegenüber dem Vorgängerprogramm schon halbiert hatte, um möglichst viele Anträge erfüllen zu können. Wer künftig noch staatliche Fördermittel für einen Neubau möchte, wird strengere Vorgaben hinsichtlich der Energieeffizienz erfüllen müssen.

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Damit geht das Drama um die KfW-Gebäudeförderung in eine weitere Runde. Ende Januar hatte die Bundesregierung nach einer Flut von Anträgen kurzfristig alle Programme gestoppt. Das betraf Neubauten nach dem KfW-Standard Effizienzhaus 55 – unter Hausbauern beliebt, weil nicht so aufwendig –, aber auch die noch sparsameren Effizienzhäuser 40 und Sanierungen.

          Hintergrund war, dass für 2022 im Rahmen der vorläufigen Haushaltsführung 5 Milliarden Euro für die KfW-Gebäudeprogramme eingeplant waren. Davon waren bis zum Antragsstopp am 24. Januar schon 3,2 Milliarden Euro, es gab aber schon zu diesem Zeitpunkt noch 24.000 Anträge über 7,2 Milliarden Euro

          Nach eiligen Krisensitzungen stellten Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) weitere 5 Milliarden Euro bereit, um zumindest die eingereichten Anträge alle erfüllen zu können. Zugleich machte Habeck klar: Künftig soll es Fördermittel nur noch für Effizienzhäuser 40 geben – und das auch nur bis zur Summe von 1 Milliarde Euro und mit niedrigeren Fördersätzen. Als Starttermin wurde der 20. April festgelegt. Für einige Wochen, so hoffte man in Berlin, sollte das Geld wohl reichen. Doch wieder gab es einen Ansturm auf die Fördermittel und die Server der KfW.

          Fördertopf soll nicht noch einmal aufgestockt werden

          Der Topf von 1 Milliarde Euro werde nicht noch einmal aufgestockt, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Ganz enden soll die Neubauförderung gleichwohl (noch) nicht. Von diesem Donnerstag an soll ein modifiziertes Programm der KfW greifen. Auch dieses orientiert sich am Effizienzhaus-40-Standard. Geld gibt es aber nur noch, wenn das geplante Gebäude das Qualitätssiegel „Nachhaltiges Gebäude“ erfüllt. Dafür gibt es ein längeres Handbuch.

          Kriterien sind etwa, ob der Grundriss effizient geplant ist, Trinkwasser gespart wird, ob die Baumaterialien recycelt werden können, ob das Haus barrierefrei ist und vieles mehr. Da das Haus entsprechend zertifiziert werden muss, steigt für die Bauherren in jedem Fall der Planungsaufwand. „Das Siegel als Förderbedingung wird für viele Bauwillige ein Hemmnis darstellen“, kritisierte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe.

          Das neue Programm ist bis Jahresende befristet. Wie viele Milliarden dafür bereitstehen sollen, wird aktuell innerhalb der Bundesregierung noch verhandelt. Von 2023 an soll dann nach dem Willen von Habeck eine grundlegend neue Fördersystematik die bisherigen Programme ablösen. Das dürfte noch Diskussionen innerhalb der Regierung geben. Während Habeck als Wirtschafts- und Klimaschutzminister staatliche Fördermittel vor allem in die Sanierung alter Gebäude lenken will, ist Bauministerin Klara Geywitz (SPD) an attraktiven Konditionen für den Neubau gelegen.

          Verbände von Wohnungsunternehmen hatten schon nach dem Stopp der Effizienzhaus-55-Förderung gewarnt, dass dadurch etliche Bauvorhaben auf Eis gelegt werden könnten – oder nur noch die gesetzlichen Mindeststandards erfüllt werden könnten Neubauten dürfen aktuell noch 75 Prozent der Energie eines sogenannten Referenzhauses benötigen. Habeck will jedoch gesetzlich festlegen, dass von 2023 an die vor kurzem noch geförderten Effizienzhäuser 55 der Mindeststandard sind.

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