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Notkredite für Unternehmen : „Fragen Sie mich nicht nach dem Volumen“

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Günther Bräunig, Chef der staatlichen Förderbank KfW Bild: Thorsten Futh/KfW

Das Geld muss zügig an die Unternehmen weitergereicht werden. Das hat für KfW-Chef Günther Bräunig die absolute Priorität. Zudem fordert er die Privatbanken auf, ihrerseits Verantwortung zu übernehmen - eine müsse weiter eine gewisse Eigenhaftung geben.

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          Die staatliche Förderbank KfW rechnet mit einer riesigen Nachfrage nach den Notfallkrediten zur Bewältigung der Corona-Krise. „Wir stellen uns auf 20.000 bis 100.000 KfW-Anträge ein“, sagte KfW-Chef Günther Bräunig dem „Handelsblatt“ in einem Interview. „Und fragen Sie mich nicht nach einem Volumen.“

          Die Antragsflut sei auch für den Konzern eine Herausforderung, doch bisher sei er mit dem Prozess sehr zufrieden. „Aktuell sind fast 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt oder indirekt mit dem Aufbau und der Umsetzung der Corona-Hilfe befasst – mit steigender Tendenz.“ Das Geld lande zügig bei den Firmen.

          Unternehmen können die Notfall-Darlehen der KfW seit Anfang der Woche beantragen. Die Gelder sollen dann schnellstmöglich über die Hausbanken ausgezahlt werden. Die Sonderkredite stehen Firmen zur Verfügung, die wegen der raschen Virusausbreitung in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind und Liquidität zur Überbrückung brauchen. Die KfW und damit der Staat übernehmen je Kredit ein Ausfallrisiko von bis zu 90 Prozent.

          Eigenhaftung der Banken wichtig

          Bräunig wandte sich gegen die von einigen Wirtschaftsverbänden und Banken geforderte Ausweitung der Staatshaftung. „Unser Sonderprogramm ist ein Kreditprogramm, kein Zuschussprogramm“, sagte der 64-jährige. „Ich glaube, es ist wichtig, dass es eine gewisse Eigenhaftung gibt.“

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          Befürchtungen, dass die Geldhäuser den Unternehmen wegen des Restrisikos den Kredithahn zudrehen könnten, teilt der KfW-Chef nicht. „Letztlich haben die Banken bei den meisten Kunden ja auch noch andere Kredite ausstehen und müssen ein großes Interesse daran haben, dass das Unternehmen überlebt.“

          Deutschland sei im internationalen Vergleich sehr weit gegangen bei der Unterstützung von Selbstständigen und Firmen. „Wenn wir allein die Maßnahmen im Nachtragshaushalt und im Wirtschaftsstabilisierungsfonds zusammenzählen, dann kommen wir in Deutschland auf eine Summe, die fast einem Viertel unserer jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht. Im Vergleich dazu hat China bisher vier Prozent ausgelobt und die USA zehn Prozent“, sagte Bräunig. So hat Deutschland ein Kreditprogramm für Liquidität und ein Zuschussprogramm für kleine Unternehmen, Selbstständige und Künstler aufgelegt. „Außerdem gibt es mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds noch ein Bürgschafts- und ein Eigenkapitalprogramm, das auch Startups umfasst.“

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