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Bauern enttäuscht : Ferkelkastration ohne Betäubung muss dieses Jahr enden

  • Aktualisiert am

Im hessischen Aßlar proben Behörden einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest. Bild: dpa

Die betäubungslose Kastration von Ferkeln war Tierschützern lange ein Dorn im Auge. Ihr Ende ist schon beschlossene Sache – jetzt scheiterte auch ein Antrag auf Fristverlängerung.

          Die deutschen Landwirte müssen ab Anfang kommenden Jahres die Kastration von Ferkeln ohne Betäubung wohl einstellen. Im Bundesrat scheiterte am Freitag ein Gesetzentwurf, mit dem der umstrittene Eingriff für eine Übergangszeit weiter ermöglicht werden sollte. Der Bauernverband kritisierte die Entscheidung der Länderkammer, auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) zeigte sich enttäuscht.

          Der Vorstoß Bayerns hatte vorgesehen, die für Ferkel schmerzhafte Kastration noch für einen Zeitraum von fünf Jahren zuzulassen. Das Tierschutzgesetz lässt die chirurgische Kastration ohne Betäubung bei unter acht Tage alten männlichen Schweinen nur noch bis zum 31. Dezember dieses Jahres zu. Ab 1. Januar 2019 muss ein Verfahren angewandt werden, das Schmerzen wirksam ausschaltet. Sofern das nicht möglich ist, müssen die Tierhalter auf eine chirurgische Kastration verzichten. Die Ferkelkastration wird für notwendig gehalten, da männliche Schweine andernfalls den als unangenehm empfundenen Ebergeruch entwickeln.

          Kritiker wenden allerdings ein, dass es bislang keine praktikablen Alternativmethoden zur Ferkelkastration gibt. Der Deutsche Bauernverband (DBV) warf dem Bundesrat am Freitag Blockadehaltung vor. Nunmehr sei „zu befürchten, dass viele Betriebe in Deutschland aufgeben müssen“, erklärte DBV-Präsident Joachim Rukwied. Der Bundestag sei gefordert, schnell eine Lösung zu suchen, „damit die deutschen Ferkelerzeuger eine Zukunft haben und im europäischen Wettbewerb mithalten können“.

          Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner hätte es nach Angaben einer Sprecherin begrüßt, wenn sich die Länder auf eine befristete Verlängerung des Verbots verständigt hätten. Zwar sei der Tierschutz wichtig. Doch es sei niemandem damit geholfen, wenn die betroffenen Landwirte dessen Vorgaben nicht umsetzen könnten. Jetzt könne nur noch der Bundestag eine Korrektur herbeiführen.

          Demgegenüber demonstrierten am Freitag Tierschützer vor dem Bundesrat für ein Festhalten an der Neuregelung. Zur Frage, wie die Pflicht zur schmerzfreien Ferkelkastration künftig umgesetzt werden kann, leiteten Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern dem Bundesrat Entschließungsanträge zu. Sie wurden an die zuständigen Ausschüsse der Länderkammer verwiesen.

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