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Anhaltende Trockenheit : Keine raschen Hilfen für dürregeschädigte Bauern

  • Aktualisiert am

Risse ziehen sich durch ein Feld in Baden-Württemberg. Bild: dpa

Deutschlands Bauern hoffen auf eine milliardenschwere Entschädigung für ihre Ernteausfälle. Doch Agrarministerin Klöckner will abwarten – und eine Ministerin weist die Forderungen zurück.

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          Agrarministerin Julia Klöckner will trotz der Rufe des Bauernverbandes über Dürrehilfen erst in einigen Wochen entscheiden. Zunächst müsse der komplette Erntebericht Ende August abgewartet werden, sagte eine Sprecherin am Montag. Dagegen forderte der Deutsche Bauernverband, den Notstand auszurufen und so die rechtlichen Voraussetzungen für staatliche Unterstützung zu schaffen. Meteorologen zufolge ist vorerst kein Ende der Trockenheit in Kombination mit hochsommerlichen Temperaturen in Teilen Nord- und Ostdeutschlands in Sicht.

          Klöckners Sprecherin sagte, am Dienstag werde es eine erste Bestandsaufnahme über die Lage in der Landwirtschaft bei einem Arbeitstreffen von Vertretern von Bund und Ländern geben. Vor allem erst nach dem Erntebericht „sind wir aussagefähig“, erklärte sie mit Blick auf den Bauernverband. Klöckner will am Mittwoch ihre Kollegen im Bundeskabinett über die Lage in den Dürregebieten unterrichten.

          Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte in einem Interview von Reuters TV: „Wir befürchten Ernteausfälle in der Größenordnung von mindestens 20 Prozent.“ Allein beim Getreide werde die Ernte sieben bis acht Millionen Tonnen geringer ausfallen als im Schnitt der vergangenen fünf Jahre. Es sei mit Ertragseinbußen im Umfang von 1,4 Milliarden Euro zu rechnen. Er forderte staatliche Hilfen im Umfang von einer Milliarde Euro.

          Die Trockenheit hält an

          Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat die Forderung des Deutschen Bauernverbands nach Milliardenhilfen wegen Dürre-Schäden zurückgewiesen. Zwar habe sie „großes Verständnis für die aktuelle Not vieler Landwirte“, sagte die SPD-Politikerin im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND, Dienstag). „Aber wir dürfen nicht nur über kurzfristige Finanzspritzen reden“, sagte Schulze. „Es kann nicht nur darum gehen, kurzfristig Ernteausfälle auszugleichen – wir brauchen eine konsequente Strategie zur Klimaanpassung in der Landwirtschaft, und die sollte natürlich auch mit ausreichend Geld unterlegt sein“, forderte die SPD-Politikerin.

          Schulze rief die Landwirte zu einem generellen Umdenken auf: „Denn die Landwirtschaft in Deutschland muss sich grundsätzlich auf häufigere Extremwetterlagen einstellen – seien es Trockenzeiten wie jetzt oder langanhaltende Regenperioden wie im letzten Jahr, als vielen Landwirten das Wasser buchstäblich bis zum Halse stand.“ Gerade im Osten Deutschlands würden Anpassungsmaßnahmen an lange Trockenperioden zunehmend wichtiger, betonte die Sozialdemokratin.

          Die für Landwirtschaft zuständige Vizechefin der Unionsfraktion im Bundestag, Gitta Connemann, forderte eine rasche Entscheidung darüber, ob ein Notstand vorliegt und damit die Voraussetzungen für staatliche Hilfen gegeben sind. Vor allem kleinen und mittleren Betrieben gehe die Luft aus. „Ihnen fehlt Liquidität.“ Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ist mindestens zehn weitere Tage mit Trockenheit und hohen Temperaturen in den Dürregebieten zu rechnen. In Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen gebe es den trockensten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

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