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Nach Manager-Rücktritten : Kein Ende des KPMG-Skandals in Südafrika

Südafrikas früherer Finanzminister Pravin Gordhan Bild: AFP

Die Wirtschaftsprüfer von KPMG sind in Südafrika in einen Korruptionsskandal verwickelt, acht Führungskräfte wurden schon abberufen. Das reiche nicht, sagt der frühere Finanzminister des Landes. Er wirft KPMG Arroganz vor.

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          Der Skandal um KPMG in Südafrika gewinnt nach der Entschuldigung der Wirtschaftsprüfer und einem Rücktritt der Führungsmannschaft weiter an Fahrt. Südafrikas ehemaliger Finanzminister, Pravin Gordhan, veröffentlichte jetzt eine harsche Stellungnahme. Er akzeptiere die „Reue“ über Fehler in einer höchst umstrittenen Prüfung des Finanzamtes Sars, aber die Reaktion sei im Vergleich zum entstandenen Schaden inadäquat. Er werde rechtliche Schritte einleiten.

          Claudia Bröll

          Freie Afrika-Korrespondentin mit Sitz in Kapstadt.

          Wie berichtet waren am Freitag acht KPMG-Führungskräfte zurückgetreten. Gegen einen weiteren Partner läuft ein Disziplinarverfahren. In der Prüfung ging es um eine angeblich illegale Spionageabteilung bei Sars (South African Revenue Service). KPMG musste eingestehen, einen falschen „Eindruck“ vermittelt zu haben, und zog die Ergebnisse und Empfehlungen zurück. Das Unternehmen betonte aber, nicht „politisch motiviert“ gewesen zu sein. Auch habe man niemanden absichtlich in die Irre geführt.

          Aus Sicht von Gordhan jedoch hatte KPMG nicht nur Fehler gemacht, sondern hatte wenig unternommen, um „verachtenswerte“ Personen bei Sars davon abzuhalten, das Finanzamt unter ihre Kontrolle zu bringen und den Staat zu plündern. Die Prüfungsgesellschaft habe sich außerdem nicht persönlich bei ihm oder anderen Betroffenen entschuldigt. Wegen des Berichts hatten mehrere hochrangige Sars-Mitarbeiter ihre Arbeit verloren. Auch Gordhan geriet dadurch verstärkt unter Druck und wurde als Finanzminister Ende März von Staatspräsident Jacob Zuma abgesetzt.

          KPMG ist außerdem wegen einer 15 Jahre langen Geschäftsbeziehung zu der mit Zuma befreundeten indischen Unternehmerfamilie Gupta in Bedrängnis geraten. Der Familie wird vorgeworfen, sich aus dem Staatshaushalt bereichert zu haben. An die Medien gelangte E-Mails schüren den Verdacht, dass KPMG entweder dabei mitgeholfen oder die Machenschaften nicht aufgedeckt haben soll. Die Prüfungsgesellschaft betonte am Freitag abermals, dass sie nicht gegen geltendes Recht verstoßen habe oder in Korruption und Geldwäsche verwickelt sei.

          KPMG ist nicht das einzige Unternehmen, das wegen der Arbeit für die Guptas in eine Krise gestürzt ist. Zahlreiche Zivilorganisationen forderten die Privatwirtschaft auf, die Verträge mit KPMG zu kündigen. Auch gegen McKinsey läuft deswegen gerade eine Kampagne in Südafrika. Die einst einflussreiche britische PR-Gesellschaft Bell Pottinger steht kurz vor dem Zusammenbruch. Sie musste zugeben, eine mit rassistischen Begriffen aufgeladene PR-Kampagne für die Guptas entworfen zu haben, die Präsident Zuma und seinen Anhängern nutzte. Die Kampagne hatte unter anderem Begriffe wie „Weißes Monopolkapital“ verwendet, um gegen weiße Wirtschaftsvertreter, die Banken und den Bergbau zu hetzen.

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