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Kommentar : Wohlfeiler Kohleverzicht

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Renaissance statt Ausstieg? In Amerika scheint der Verzicht auf Kohlekraftwerke, wie hier in Juliette im Bundesstaat Georgia, weit entfernt. Bild: dpa

20 Länder schließen sich auf der Bonner Klimakonferenz als Koalition für den Kohleausstieg zusammen. Ob das diplomatisch geschickt ist, steht auf einem anderen Blatt.

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          Auf der Bonner Klimakonferenz haben sich 20 Staaten in einer Koalition zum Kohleausstieg gefunden. Bei Licht betrachtet, sind das enttäuschend wenige, beraten dort doch 196 Länder darüber, wie man den Klimawandel aufhalten kann. Der hängt unzweifelhaft mit Kohle zusammen. Sie wird massenhaft zur Stromerzeugung eingesetzt. Insofern konzentrieren sich viele Umweltgruppen und Klimapolitiker darauf, der Kohle schnell den Garaus zu machen. Kredite für neue Kraftwerke gibt es nicht mehr.

          Jetzt soll der Druck auf Staaten wachsen, die sich nicht schnell genug vom braunen und schwarzen Gift, das einst als Gold vergöttert wurde, trennen. Doch die jüngsten Ankündigungen sind wohlfeil, denn die 20 Länder haben nur kleine Anteile Kohle in ihrem Stromportfolio. Dagegen zielt die Aktion auf drei Staaten: auf Amerika, das unter Präsident Trump eine Renaissance der Kohle versucht, und auf Deutschland als Mitausrichter der diesjährigen Tagung, das sich schwertut, seinen Kohleanteil von 40 Prozent zu verringern. Ferner zielt es gegen Polen, das an der Kohle hängt und 2018 die Klimakonferenz ausrichten wird. Ob das diplomatisch geschickt ist, steht auf einem anderen Blatt.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

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