https://www.faz.net/-gqe-15tr3

Katrin Göring-Eckardt, 43 Jahre : Die Öko-Predigerin

  • Aktualisiert am

Katrin Göring-Eckardt Bild: dpa

Sie war schon bürgerlich, als ihre Parteifreunde den Sitzstreik noch für ein politisches Erfolgsrezept hielten. Heute steht Katrin Göring-Eckardt für ein konservatives christliches Milieu, in dem sich schwarze und grüne Werte überschneiden.

          Allein die Tanzstunden hätten den Grünen suspekt sein müssen. Die Eltern von Katrin Göring-Eckardt betrieben schon zu DDR-Zeiten in Thüringen eine Tanzschule, Katrin lernte Cha-Cha-Cha und Walzer – „puh, wie bürgerlich“, mögen manche westliche Atomskeptiker gedacht und laut gesagt haben.

          Dabei war „KGE“, wie sie gelegentlich genannt wird, nur ihrer Zeit voraus: Sie war schon bürgerlich, als ihre Parteifreunde noch keine Anzüge trugen und den Sitzstreik für ein politisches Erfolgsrezept hielten. Heute steht Katrin Göring-Eckardt, Jahrgang 1966, für ein konservatives, ökologisch bewegtes, christliches Milieu, in dem sich schwarze und grüne Werte überschneiden. Auch wenn die Vizepräsidentin des Bundestags das nicht gerne hört: „Es mag CDU-Wähler geben, die im Bio-Laden einkaufen. Aber ein großes schwarz-grünes Milieu sehe ich in Deutschland nicht.“ Doch mancher schwarze Wähler dürfte aufhorchen, wenn die Frau eines Pfarrers und Mutter von zwei Söhnen etwa von Politikern bessere Manieren einfordert. „Das tut man nicht!“, sagt sie über manchen Auftritt von Guido Westerwelle. Sie fordert mehr private Altersvorsorge und Subventionsabbau, sie warnt vor Antiamerikanismus und steht in Fragen wie Religionsunterricht und Spätabtreibung der Union näher als dem eigenen Lager.

          Als Mitglied im Rat der Evangelischen Kirche und Präses der EKD-Synode arbeitet Göring-Eckardt schon eng mit konservativen Unionspolitikern zusammen. Und stellt fest: „Mich und Günther Beckstein verbinden christliche Grundwerte wie Frieden und soziale Gerechtigkeit.“ ama.

          Weitere Themen

          Zu viele offene Details Video-Seite öffnen

          Apple als Unterhaltungskonzern : Zu viele offene Details

          Anleger reagierten mit Ablehnung: Der Tech-Riese stellte am Montag sein neues Nachrichtenangebot „News+”, eine Kreditkarte für seinen Bezahldienst sowie den Gamingdienst „Arcade” vor.

          Apple nimmt es mit Netflix auf Video-Seite öffnen

          Apple TV+ : Apple nimmt es mit Netflix auf

          Der Konzern will sich angesichts zurückgehender iPhone-Verkäufe breiter aufstellen und setellt seinen eigenen Streamingdienst namens Apple TV+ vor. Angekündigt wurde in diesem Zuge auch ein bezahlpflichtiges Nachrichtenangebot namens Apple News+.

          Topmeldungen

          Ringen um den Brexit : Die Selbstermächtigung des Unterhauses

          Am Mittwoch wollen Mitglieder des britischen Unterhauses ausloten, welcher Brexit eine Mehrheit in ihren Reihen finden könnte. Die Premierministerin steht unter großem Druck – könnte am Ende aber profitieren.
          Hat Simon Vaut im Rennen um die Kandidatur falsche Angaben gemacht?

          Eklat um SPD-Europakandidaten : Simon Vaut soll Partei getäuscht haben

          Mit einer falschen Adresse und einer erfundenen Beziehung soll Vaut einen Bezug zu Brandenburg vorgetäuscht und sich so die Kandidatur für das Bundesland erschlichen haben. Ministerpräsident Woidke zeigt sich enttäuscht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.