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China aber nicht erwünscht : Qatar will zehn Milliarden Euro in Deutschland investieren

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Angela Merkel und Qatars Emir Tamim bin Hamad al-Thani am Freitag in Berlin Bild: dpa

Die Kauffreude der Chinesen sieht die Bundesregierung zunehmend kritisch. Doch Investitionen aus Qatar seien „sehr willkommen“, sagt die Bundeskanzlerin. In einer Branche hofft sie auf eine besonders enge Zusammenarbeit.

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          Das erdgasreiche Golfemirat Qatar will in Deutschland in den kommenden Jahren zehn Milliarden Euro investieren. Das kündigte Qatars Emir Tamim bin Hamad al-Thani am Freitag zum Auftakt einer deutsch-qatarischen Wirtschaftskonferenz in Berlin an. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßte die Zusage: „Es freut mich, dass Qatar auch zunehmendes Interesse an Investitionen am Standort Deutschland zeigt“, sagte sie. Diese Investitionen seien in der Bundesrepublik „sehr willkommen“.

          Deutschland sei insbesondere wegen der verlässlichen Rahmenbedingungen und der guten wirtschaftlichen Lage ein „attraktiver Investitionsstandort“, fügte Merkel hinzu. Die Unternehmen des Landes hätten international einen „hervorragenden Ruf“. Dabei hob Merkel vor allem die Rolle des Mittelstands hervor, der als Arbeitgeber und Ausbilder im deutschen Wirtschaftssystem unverzichtbar sei. Dort gebe es viele „Hidden Champions“ – also Unternehmen, die in ihrer Branche international führend, aber öffentlich wenig bekannt sind, da sie beispielsweise nicht an der Börse notiert sind. Gerade mittelständische Unternehmen seien es, die „unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit bestimmen“, sagte die Kanzlerin.

          Größter Exporteur von Flüssiggas auf der Welt

          Qatar wiederum sei zwar in geografischer Hinsicht klein, in wirtschaftlicher aber groß, sagte Merkel. Inzwischen sei das Emirat „eines der wohlhabendes Länder der Welt“. Zudem sei Qatar der größte Exporteur von Flüssiggas auf der Welt. Dies habe an Bedeutung gewonnen: Flüssiggas könne „zur Diversifizierung der Gasbezugsquellen“ beitragen und damit auch der Versorgungssicherheit dienen. Auch in Deutschland gebe es schon Überlegungen zum Bau eines Importterminals für Flüssiggas.

          Zugleich betonte Merkel aber, dass die Entscheidungen im Energiesektor letztlich ohne die Politik fielen. "Deutsche Unternehmen entscheiden über ihren Gasbezug natürlich nach wirtschaftlichen Kriterien." Die Aussagen richten sich auch gegen das Drängen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, dass die Europäer amerikanisches LNG-Gas kaufen sollten. Dieses ist aber teurer als etwa russisches Gas, das durch Pipelines nach Westeuropa kommt.

          Fußball-WM 2022 in Qatar

          Insgesamt böten sich „viele Chancen für den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen“, sagte Merkel. Dies sei wichtig, gerade auch vor dem Hintergrund der angespannten Lage in der Golfregion. Deutschland bedauere die Krise und unterstütze alle Bemühungen zur Streitbeilegung.

          Qatar ist bereits an Volkswagen, der Deutschen Bank, Siemens, Hochtief und SolarWorld beteiligt. Die bisherigen Investitionen belaufen sich nach qatarischen Angaben auf rund 25 Milliarden Euro. Der Emir sprach von guten Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern. Gut 300 deutsche Firmen seien in dem Golfstaat engagiert, viele beim Aufbau der Infrastruktur und bei Dienstleistern. Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern lag nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2017 bei rund 2,5 Milliarden Euro.

          Qatar befindet sich seit mehr als einem Jahr in einem Konflikt unter anderem mit Saudi-Arabien. Im Juni des vergangenen Jahres hatten die Führung in Riad sowie die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten ihre Beziehungen zu Qatar abgebrochen, weil sie dem Emirat die Unterstützung von Terroristen und zu enge Beziehungen zu Saudi-Arabiens Erzfeind Iran vorwerfen. Doha weist die Anschuldigungen zurück.

          2022 findet die Fußballweltmeisterschaft in Qatar statt. Das Emirat wurde wegen der Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen wiederholt von Menschenrechtsorganisationen kritisiert.

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