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Karrieresprung : Tratschen ja, aber richtig

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5. Plausch mit dem Pförtner: Ein guter Draht zum User Support und zum Pförtner ist im Hinblick auf die eigene Karriere oft unbezahlbar. Viele Mitarbeiter verhalten sich diesen Kollegen gegenüber oft ruppig oder gleichgültig.Diese Kandidaten wundern sich dann, warum Bestellungen nicht rechtzeitig bei ihnen ankommen, ihre PCs nur schlampig repariert werden, ihr bestelltes Taxi als letztes eintrudelt und sie auch nie die aktuellen Neuigkeiten des Unternehmens erfahren.

Ein paar nette Gespräche mit den Kollegen sind also durchaus empfehlenswert. Selbstverständlich so wenig wie möglich während der offiziellen Arbeitszeit - plaudern Sie lieber in der Mittagspause oder nach Feierabend noch kurz. Oft reichen zwei, drei Sätze - die aber regelmäßig. Aktiven Klatsch und Tratsch sollten Sie vermeiden - aber es geht nichts über eine gute Recherche darüber, was im Büro gerade passiert, wo eine interessante Stelle frei wird und was es mit dem neuen Verkaufsleiter auf sich hat.

Sie wollen Informationen, sich aber selber weitestgehend aus jedem Bürotratsch heraushalten? Dazu sollten Sie erst einmal herausfinden, wer die verlässlichsten Informationen im Unternehmen hat und dann dort vorsichtig nachfühlen. Ein Beispiel: Sie haben erfahren, daß Ihr Abteilungsleiter in Pension geht. Noch ist seine Position für Sie zu weit oben auf der Karriereleiter, deshalb lohnt sich eine Bewerbung für Sie nicht. Über den „Neuen“ bewahrt die Chefetage absolute Diskretion. In der Kaffeeküche, auf den Gängen und in der Kantine wird aber schon kräftig über den Nachfolger spekuliert. Wie verhalten Sie sich?

Drei Karriere-Todsünden, die Sie in diesem Fall begehen könnten wären beispielsweise:

1. Ich rümpfe die Nase und verbitte mir energisch jeden Tratsch.

So schließen Sie sich von den Gesprächen der Kollegen aus - und wenn später alle anderen mehr über den neuen Vorgesetzten wissen als Sie und damit einen Karrierevorsprung haben, sind Sie im Nachteil.

2. Ich recherchiere aktiv und hänge mich an jede verfügbare Info-Quelle.

Vorsicht - das kann Ihnen in Bezug auf Ihre Karriere schnell zum Verhängnis werden. Von Führungskräften wird auch eine gewisse Haltung und Würde verlangt - und die verlieren Sie durch den Ruf als Tratsche ganz schnell.

3. Ich gehe schnurstracks zum Chef oder Personalvorstand und frage dort nach.

Die Option ist auch nicht empfehlenswert. Sicher, wenn Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Vorgesetzten haben, können Sie ihn in einem vertraulichen Gespräch fragen, was er nach der Pensionierung tut und ob schon ein Nachfolger gefunden ist. Einfordern dürfen Sie diese Informationen aber auf keinen Fall. Das wirkt impertinent, nicht professionell.

Sicher, es ist sehr interessant, wer Ihr nächster Vorgesetzter wird. Doch wie weit dürfen/sollten Sie gehen, um mehr über ihn zu erfahren? Die beste Lösung ist schlicht, die Ohren aufzuhalten. Bringen Sie das Thema nicht von sich aus auf den Tisch. Wenn Kollegen darüber spekulieren, hören Sie allerdings interessiert zu, machen sich Ihre Gedanken - aber behalten Sie sie für sich. Fragt jemand Sie nach Ihrer Meinung, lachen Sie am besten und antworten, daß alle es wohl schon rechtzeitig erfahren, wenn es soweit ist.

Diskretion ist das A und O im Management, das beweisen auch immer wieder Umfragen in den Chefetagen. Ein Mitarbeiter, der wichtige Informationen nicht für sich behalten kann, wird niemals bewußt in eine verantwortungsvolle Position befördert. Dabei ist es genauso wichtig, über private wie über berufliche Angelegenheiten schweigen zu können. Leitenden Angestellten sind vor allem die bekannten Oberklatschbasen des Unternehmens ein Dorn im Auge. Daher sollten sich diejenigen, die Karriere machen möchten, hüten, in diese Schublade zu geraten.

Übrigens: Es stimmt zwar, daß Geschwätzigkeit die von den Managern am schärfsten verurteilte Eigenschaft eines möglichen Karrierekandidaten ist. Allerdings mit einer Einschränkung: Wichtig ist weniger, daß der Kandidat nicht tratscht - sondern vielmehr, daß er das nicht an falscher Stelle tut. Auch und besonders an Vorstandstischen machen wilde Gerüchte die Runde - die den Raum aber nicht verlassen dürfen. Deshalb: Wenn man schon unbedingt Klatsch verbreiten will, dann wohl dosiert und erst, wenn man mit in der Chefetage sitzt.

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