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Karrieresprung : Personal Coaching für alle

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Von einem „Personal Coach“ konnten die meisten bislang nur träumen. Inzwischen investieren viele Unternehmen auch für das mittlere Management in externe Hilfe. Selbst das Arbeitsamt fördert entsprechende „Bewerbungs-Coachings“. Was bringt es - und wer braucht es eigentlich?

          Weiß der Vorstandsvorsitzende einer Großbank in Managementfragen nicht mehr weiter, wählt er einfach die Telefonnummer seines Personal Coach, und bald ist seine Welt wieder in Ordnung. Davon konnten Abteilungsleiter oder Projektmanager bislang nur träumen, denn die Coaches kosten viel Geld.

          Doch inzwischen investieren viele Unternehmen zunehmend auch für das mittlere Management in die externe Hilfe. Selbst das Arbeitsamt fördert entsprechende „Bewerbungs-Coachings“. Doch was bringt das - und wer braucht es eigentlich?

          Medizinmänner für Manager

          Vieles, was das englische Attribut „Personal“ trägt, ist in der Regel teuer und daher zumeist nur Spitzenverdienern vorbehalten. So ist es mit dem „Personal Shopper“, der für Gutbetuchte die lästigen Einkäufe beim Designer von nebenan erledigt, und das gilt auch für den „Personal Trainer“, der übergewichtige oder ausgepowerte Sportverweigerer mit dickem Geldbeutel wieder auf Vordermann bringt.

          Lange Zeit galt auch der „Personal Coach“ als Ratgeber, der nur dem Top-Management vorbehalten war. Das hat sich in letzter Zeit rapide geändert: Unternehmen beauftragen mittlerweile solche Medizinmänner für Manager auch für das mittlere Management oder viel versprechende Mitarbeiter in Projektteams.

          Einzel-Coaching beliebt

          In rund 75 Prozent der Unternehmen gibt es Coaching-Angebote, die Angebotspalette reicht vom Einzel-, über das Team- bis hin zum Gruppen-Coaching. Das ergab zumindest der Coaching Survey 2005, eine Umfrage unter Personalverantwortlichen, den die iSL Sozialforschung Darmstadt zusammen mit dem Beratungsunternehmen Evolution Management durchgeführt hat.

          Am häufigsten wird das Einzel-Coaching gebucht (stolze 96,7 Prozent). Team-Coaching wird in 63 Prozent der Unternehmen angeboten. Und rund ein Drittel der Befragten gab an, Coaching-Maßnahmen in Zukunft „häufiger“ beziehungsweise „viel häufiger“ einsetzen zu wollen. Der Studie zufolge sagen zudem ganze 93 Prozent der Personalmanager, daß die Coaching-Maßnahmen in ihren Unternehmen „immer“ oder zumindest „meist“ ihr Geld wert waren.

          Die Erfolge zeigen sich den Marktforschern zufolge vor allem darin, daß sich Konfliktstruktur, Arbeitsergebnisse und Motivation der Mitarbeiter verbessert hätten. Ebenso seien gestiegene Entscheidungsfreude und besseres Zeitmanagement zu beobachten. Kurz: In den allermeisten Unternehmen dürfte Ihr Wunsch nach einem Personal Coaching zumindest ernsthaft geprüft werden.

          Doch wann weiß ich als Mitarbeiter, daß ich reif für ein Coaching bin - und welche Spielart brauche ich?

          - Ich komme beruflich nicht mehr voran.

          Tip: Sie brauchen einen guten Coach, der sich auf die Bereiche Karriere, Selbstmarketing und Personalentwicklung spezialisiert hat. Der kann Ihnen schon in einer Einzelsitzung (ein bis zweimal eine Doppelstunde) wertvolle Tips geben. Liegt Ihre Karriere auf Eis, weil die Strukturen im Unternehmen ungünstig sind oder persönliche Eigenschaften dagegen sprechen, empfiehlt sich wohl ein längeres Coaching.

          - Ich komme mit meinem Team nicht klar.

          Tip: In dem Fall sollten Sie sich selbst im Vorfeld auf den Zahn fühlen: Liegt es zum Teil auch an Ihnen, dann brauchen Sie einen Experten in Sachen Persönlichkeitsanalyse und Konfliktmanagement. Das kann in drei, vier Einzelsitzungen geklärt werden, wenn Sie schon ahnen, wo bei Ihnen der Knackpunkt sitzt. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Team tanzt Ihnen auf der Nase herum, brauchen Sie einen Berater mit Know-how im Umfeld Durchsetzungsfähigkeit, Gruppendynamik und Kommunikation. Auch hier kann es relativ flott gehen. Länger dauert es, wenn Sie sich völlig unschuldig am Dilemma glauben oder das Problem tatsächlich auf die Teammitglieder beschränkt ist: Dann brauchen Sie keinen Personal Coach sondern einen Teamberater, der sich in die Arbeitspraxis einfinden und die Krisensituationen arbeitsbegleitend analysieren muss. Das kann sich schon mal ein paar Wochen hinziehen.

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