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Karrieresprung : MBA oder Promotion?

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Weiterbildung und Qualifizierung sind wichtig. Doch welcher Weg dafür der richtige ist, ist umstritten. Promotion und MBA haben Vor- und Nachteile. Zwei Berater des Duisburger IT-Dienstleisters Cundus berichten über die unterschiedlichen Wege, die sie gegangen sind.

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          Für Isabel Schaub ist bei ihrem MBA-Studium (Master of Business Administration) im Dezember 2007 Halbzeit. Nach weiteren zwölf Monaten will sie ihren Abschluss in der Tasche haben. Damit hofft die Mitarbeiterin der Cundus AG, einem IT-Dienstleister aus Duisburg, im Berufsleben weiterzukommen - auch international. „Im Bachelor-Studium fehlte mir einfach die Praxis“, sagt die Projektmitarbeiterin. Mit einem breiteren Wissen in der Betriebswirtschaftslehre erhofft sie sich größere Karrierechancen für leitende Positionen.

          Mit ihrem Aufbaustudium schlägt Isabel Schaub zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie arbeitet bei Cundus und erhält weiteres BWL-Know-how in einem Teilzeitstudium. Die Früchte ihrer Mühen kann die Beraterin schon jetzt ernten: Aus der ehemaligen Projektassistentin wurde eine Beraterin mit Projektverantwortung. „Ohne die Unterstützung durch Cundus wäre dies nicht möglich gewesen“, sagt die 24-Jährige. Die Duisburger Spezialisten für Business Intelligence fördern ihr MBA-Studium nicht nur finanziell, sondern stimmen die Projekteinsätze auch flexibel auf ihre Seminare ab.

          Wert des Titels steigt und fällt mit dem Ruf der Einrichtung

          Insbesondere Personalentscheider in den Vereinigten Staaten oder Großbritannien bevorzugen heute MBA-Absolventen bei der Besetzung von leitenden Positionen - kein Wunder, denn dies sind die Mutterländer des MBAs. Doch Anwärter stehen vor der Qual der Wahl: Um einen der begehrten Abschlüsse zu erhalten, heißt es vorab zwischen tausenden weltweiten Anbietern für abertausende MBA-Programme zu wählen. Schon im Jahr 2001 waren es laut einer Analyse der Internationalen Agentur zur Qualitätssicherung und Akkreditierung von Studiengängen und Institutionen (FIBAA) 3.500 Programme - Tendenz steigend. Hans-Carsten Hansen, Personalchef bei BASF, empfiehlt international renommierte Schulen, denn der Wert des MBA-Titels steigt und fällt mit dem Ruf der Einrichtung. Die FIBAA bietet etwas Orientierung auf dem Markt der MBA-Anbieter.

          Isabel Schaub entschied sich für einen General MBA of Growth Management an der Steinbeis-Hochschule Berlin. „Die FIBAA-Akkreditierung und Empfehlungen von ehemaligen MBA-Studenten waren entscheidend“, erklärt die Beraterin. „Mein Arbeitgeber unterstützt mich nicht nur bei der Finanzierung, sondern stellt mich auch für die MBA-Kurse frei. Im Gegenzug habe ich mich verpflichtet, mindestens zwei Jahre nach dem Abschluss im Unternehmen zu arbeiten - schließlich handelt es sich um hohe Investitionen.“ Britta Nienhaus, Personalverantwortliche bei Cundus, unterstreicht: „Bei der Auswahl der Bildungseinrichtung stehen die fachlichen Inhalte und die Vereinbarung von Beruf und Studium im Vordergrund. Das Anbieter-Ranking ist sekundär, aber nicht unwichtig. Der Kostenfaktor spielt natürlich auch bei der Auswahl eine gewisse Rolle. Bisher haben wir da aber keine Grenzen für die finanzielle Unterstützung festgelegt. Für uns ist es wichtig, den Mitarbeiter bestmöglich und individuell zu fördern.“

          Zwei Seiten

          Alles hat zwei Seiten, auch der von Isabel Schaub so genannte „MBA-Hype“. „Bei der Schwemme von MBA-Absolventen fällt es immer schwerer, sich von der Masse abzuheben“, sagt Isabel Schaub und ergänzt: „Wenn ich noch einmal die Wahl hätte, würde ich meinen Abschluss in den USA oder in Großbritannien machen - in Deutschland steckt der MBA noch in den Kinderschuhen.“ Auch Britta Nienhaus würde bei gleicher Eignung einem Absolventen, der seinen Abschluss im Ausland gemacht hat, den Vorzug geben. „Mit den Fremdsprachenkenntnissen und der Auslandserfahrung sind diese Bewerber meistens im Vorteil.“

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