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Karrieresprung : Laufbahn Unternehmer

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Für Claudia Erben, Geschäftsführerin des Forum Kiedrich, einem Gründer- und Mentorennetzwerk, zeichnet erfolgreiche Gründer gerade dieses hohe Maß an Beharrlichkeit aus und die Fähigkeit, sämtliche Erfahrungen positiv zu nutzen. Wurzer beispielsweise überdachte nach der Liquidierung seiner ersten Firma seine Managementstrategie. Beim zweiten Mal setze er alles daran, für sein Produkt Alleinstellungsmerkmale zu generieren.

Er investierte mit seinen Partnern zwei Jahre in die Entwicklung. Monate, in denen sie sich mit anderen Jobs finanziell über Wasser hielten. Im Oktober 2004 brachten sie ihr Produkt, den IQser, auf den Markt. Eine Software, die sämtliche Quellen wie E-Mail-Konten, das Internet, Datenbanken und Textdateien gezielt nach Informationen durchsucht und diese in übersichtliche Zusammenhänge stellt. Ein Produkt, das insbesondere in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen geschätzt wird. Seit einigen Monaten leisten sie sich einen operativen Vertrieb. Sie wachsen nach Wurzer bodenständig, aber beständig.

Auch seine drei ehemaligen Mitstreiter bauten die Phase der Unternehmensgründung erfolgreich in ihre Berufskarrieren ein. So lehrt einer der Partner mittlerweile als Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Düsseldorf. Einer wurde als Personalchef für ein großes Unternehmen rekrutiert und der dritte Partner arbeitet heute wieder erfolgreich als IT-Berater für den Mittelstand.

Gründen will gelernt sein

Daß nicht mehr Menschen ihre Chance auf Selbstverwirklichung wahrnehmen und eine Firma gründen, hängt nach Claudia Erben wesentlich damit zusammen, daß ihnen die Zuversicht in den eigenen unternehmerischen Erfolg fehlt.

So meinen immerhin fast zwei Drittel der Deutschen laut dem Global Entrepreneurship Monitor (GEM) 2004, daß ihre Fähigkeiten und ihr Wissen für eine Unternehmensgründung nicht ausreichen. Fast die Hälfte der Deutschen gibt an, daß die Angst zu scheitern sie davon abhalte, ein Unternehmen zu gründen. Und die übergroße Mehrheit (86,8 Prozent) glaubt auch nicht daran, daß sich in ihrer Region in den nächsten sechs Monaten gute Möglichkeiten für eine Unternehmensgründungen ergeben.

Zum Vergleich: In den Vereinigten Staaten hegen lediglich 21,2 Prozent der Befragten die Befürchtung, mit ihrem Unternehmen zu scheitern. Und die Chancen für eine Gründung in der Region werden in keinem anderen Land als so schlecht bewertet.

Gründer sollten verstärkt Unterstützung abrufen

Wer jedoch in seinem Leben auf unternehmerische Aktivitäten zurückblicken kann, ist nach GEM 2004 weniger als der Durchschnitt von der Angst zu Scheitern betroffen und verfügt auch über deutlich mehr Selbstvertrauen in Bezug auf seine unternehmerischen und gestalterischen Fähigkeiten. Die Netzwerkspezialistin in Unternehmensfragen, Claudia Erben, fordert daher veränderte Rahmenbedingungen. „Wir müssen dafür Sorge tragen, daß viel mehr Schüler und Studenten bereits erste Erfahrungen als Unternehmer sammeln können.“ Dann, da ist sich auch der Unternehmer Wurzer sicher, werden mehr talentierte Menschen gründen und es wird ein gesellschaftliches Klima entstehen, indem diese Form der Erwerbstätigkeit gegenüber anderen an Attraktivität gewinnt, da sie Freiräume bietet, die andere Führungspositionen so nicht eröffnen.

Damit Jungunternehmer auch möglichst unbeschadet in ihre Führungspositionen wachsen können, sollten sie nach Claudia Erben noch stärker Unterstützungen abrufen. Fast in jeder größeren Stadt gibt es Initiativen, die junge Unternehmen durch die Gründungsphase hindurch mit Rat und Tat begleiten.

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