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Karrieresprung : Internationales Geschäft (6): (Visiten)Karten machen Leute

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Visitenkarten sind das Ausshängeschild jedes Managers. In einigen Ländern gelten sie als Prestigeobjekt, mancherorts als Ausweisersatz. In Asien kann der falsch Umgang mit den kleinen Pappkarten ein Geschäft beenden, bevor es begonnen hat.

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          Visitenkarten haben in Deutschland eine zentrale Bedeutung. Sie zeigen, mit wem man es zu tun hat und welche Funktion die betreffende Person in dem jeweiligen Unternehmen einnimmt.

          Kein nennenswertes Unternehmen würde sein Logo am PC zusammenschustern, sein Firmenschild lieblos an die Tür nageln. Um so erstaunlicher ist, wie stark die Bedeutung von Visitenkarten häufig unterschätzt wird. Schließlich sind sie das Aushängeschild jedes Managers. In einigen Ländern gelten sie als Prestigeobjekt, als Statussymbol, mancherorts als Ausweisersatz. Sie werden benutzt, um Unterhaltungen zu beginnen und um sich zu legitimieren.

          Asiaten legen größten Wert auf Visitenkarten

          Den größten Wert besitzen Visitenkarten im asiatischen Raum. Häufig kommt es zu Zusammentreffen zahlreicher Mitglieder verschiedener Unternehmen. Bei diesen überreicht jeder jedem seine Karte. Deshalb ist es bei Geschäftsreisen nach Asien wichtig, sich vorher ausreichend einzudecken.

          Sergey Frank

          Der deutsche Usus, das Stückchen Pappe gedankenlos in die Brusttasche zu stecken, wäre bei Japanern und Chinesen ein Fauxpas, der jedes mögliche Geschäft im Keim ersticken kann. Asiaten betrachten ihre Person dann im übertragenen Sinne als abgelegt. Formvollendet ist es, die Karte respektvoll in beide Hände zu nehmen, sie intensiv zu begutachten und eine höfliche Verbeugung folgen zu lassen.

          Es empfiehlt sich gerade bei häufigen internationalen Kontakten, Visitenkarten beidseitig zu bedrucken.

          Auch Visitenkarten sind geduldig - Vorsicht bei Titeln

          In der Regel sollte die Rückseite eine englische Version tragen oder in manchen Ländern auf dieser Seite die Landessprache, besonders wenn hier andere Schriftzeichen verwendet werden.

          Bei der Gestaltung sind Extravaganzen fehl am Platz. Fotos, Materialien wie Plastik, grelle Farben und kreative Formen sollten besser vermieden werden. Weißes Papier, vor allem aber schlichte Eleganz und das richtige Format (nicht größer als 9 cm x 5,5 cm) sind angebracht.

          Speziell in den Vereinigten Staaten geben Titel wenig Auskunft über die Bedeutung des Gegenübers. Die meisten Außenmitarbeiter firmieren als „Sales Manager“, jeder zweite Abteilungsleiter ist gleich ein „Vice-President“. Viele Funktionen haben wegen national unterschiedlicher gesellschaftsrechtlicher Konstruktionen keine hundertprozentige Entsprechung in anderen Ländern.

          Tips zur richtigen Übersetzung

          Bestes Beispiel ist das amerikanische Gesellschaftsrecht, welches im Gegensatz zum deutschen System (Trennung von Aufsichtsrat und Vorstand) nur ein Gremium kennt den, „Board of Directors“. Häufig ergeben sich aus den unterschiedlichen Titeln auch Verwirrungen. So wird ein General Counsel (Justitiar) im Deutschen häufig als „Generalkonsul“ übersetzt. Manche Führungskraft aus Deutschland macht sich auf der englischsprachigen Visitenkarte zum „Chief Executive President“ - eine Funktion, die es nach anglo-amerikanischem System nicht gibt. Ausführende Organe und Kontrolle sind im anglo-amerikanischen Gesellschaftsrecht vereint. Tips zur Übersetzung: siehe Infografik.

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