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Karrieresprung : Internationales Geschäft (12): Tips für Auslandsprojekte

  • -Aktualisiert am

Eine sorgfältige Vorbereitung und Planung sind entscheidend den Erfolg von Engagements im Ausland. Der letzte Teil der Serie Internationales Geschäft gibt nützliche Tips für die Vorbereitungsphase.

          5 Min.

          Eine sorgfältige Vorbereitung und Planung sind essentiell für Engagements im Ausland. Es ist jedem klar, daß die Arbeit auf internationaler Ebene andere Denkstrukturen, Prioritäten und unterschiedliche Entscheidungsfindung erfordert.

          Diese „kulturellen Faktoren“ sind zunächst einmal sehr vage und schwer zu bemessen. Sie in die unternehmerische Praxis umzusetzen, ist nicht einfach und wird in der Hektik des operativen Alltagsgeschäftes oft vergessen.

          Eine überlegte Vorbereitung und Planung ist wichtig. Bitte beachten Sie, daß erfolgreiche Geschäftspraktiken im Inland oft nicht beziehungsweise nicht identisch auf Projekte und Tätigkeiten im Ausland übertragbar sind. Die folgende Auflistung kann helfen:

          Sergey Frank
          Sergey Frank : Bild: Kienbaum

          Praktische Tipps für die Entsendung ins Ausland

          - Lassen Sie den Manager und Ehepartner an einem Programm teilnehmen, damit sie die Chancen und Herausforderungen eines Auslandsaufenthalts und ihre eigene kulturelle Anpassungsfähigkeit einschätzen können.

          - Geben Sie dem Manager die Möglichkeit, den Einsatz abzulehnen, sei es aus persönlichen oder geschäftlichen Gründen.

          - Entwickeln Sie eine umfassende Strategie von der Personalauswahl, zur Umzugsorganisation bis hin zur Rückkehr nach Deutschland.

          - Beziehen Sie die Familie in die Entscheidungen mit ein und gehen Sie auf die Bedürfnisse des Partners ein.

          - Stellen Sie Ansprechpersonen / Betreuer im Heimat- und Gastland zur Verfügung.

          - Diskutieren Sie die Möglichkeit der Rückkehr, bevor der Manager dem Einsatz zustimmt.

          - Involvieren Sie den Partner in alle Orientierungsgespräche einschließlich der Vergütungsfragen.

          - Erlauben Sie allen Familienmitgliedern, am interkulturellen Training teilzunehmen.

          - Stellen Sie bezahlten Urlaub zur Verfügung, damit der Manager die Möglichkeit hat, seinen Umzug zu organisieren.

          - Unterstützen Sie den entsendeten Manager während des Auslandsaufenthaltes durch internationale Programme und individuelles Coaching.

          - Halten Sie Planvorgaben im Rahmen der Entsendung flexibel und überprüfen Sie regelmäßig (zum Beispiel vierteljährlich), daß sich diese Vorgaben an den tatsächlichen Gegebenheiten orientieren.

          - Erklären Sie den Mitarbeitern vor Ort den Zweck und die Aufenthaltsdauer bezüglich des entsandten Kollegen.

          Weitere relevante Faktoren für den Einsatz im Ausland sind unter anderem Gehaltsanpassung (Kaufkraftkompensation / Steuern /andere Abgaben), Kranken- und Rentenversicherung, Schulen, Unterkunft und Dienstwagen in manchen Fällen auch mit Fahrer.

          Wer ist geeignet für internationale Projekte?

          Über diese Frage wird generell wenig nachgedacht. Es reicht, daß jemand einigermaßen Englisch spricht und Auslandserfahrungen gemacht hat, um ihn dem Anschein nach zum erfolgreichen internationalen Manager zu prädestinieren. Diese Einstellung kann jedoch schwerwiegende negative Folgen haben.

          Neben den generellen fachlichen und persönlichen Fähigkeiten eines Kandidaten sind auch interkulturelle Anforderungen wie zum Beispiel Sensibilität, Frustrationstoleranz, Lernbereitschaft, Selbstvertrauen, Selbstreflexion, Vorurteilsfreiheit und - vor allem - Flexibilität wichtig. Diese mit Hilfe von Workshops und Coaching zu entwickeln und zu fördern ist unabdingbar.

          Coaching und Training

          Internationale und internationalisierende Unternehmen erkennen zunehmend die Notwendigkeit, ihre Mitarbeiter und bei längeren Aufenthalten auch deren Familien auf den Auslandseinsatz vorzubereiten. Ein Baustein dieser Vorbereitung sollte ein interkulturelles professionelles Training sein.

          Hier geht es um weitaus mehr als nur um Sprachvermittlung und eine Einführung in „weiche Themen“ wie etwa kulturelle Unterschiede. Dazu gehören vor allem auch Themen wie Verhandlungskompetenz, Vertrags- und Projektgeschäfte im Ausland, das eigene Persönlichkeitsbild und das Sozialverhalten. Dies sollte mit Entspannungstechniken kombiniert werden, da im Ausland Streß-Situationen noch stärker auftreten als im Inland und psychosomatische Beschwerden (Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Magenbeschwerden und so weiter) die Leistungsfähigkeit erheblich vermindern.

          Am eigenen Schopf packen

          Ziel eines Coachings oder eines solchen Trainings ist es unter anderem, die Teilnehmer von sich aus in die Lage zu versetzen, sich am „eigenen Schopf zu packen“ und unter aufreibenden Umständen auch Ressourcen zu entdecken. Erst, indem man sich bestimmter Probleme klar wird, kann man sie auch effektiv angehen.

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