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Karrieresprung : Auf den ersten Blick - erfolgreich bewerben

  • -Aktualisiert am

Viele Bewerber scheitern nicht an ihrer mangelnden Qualifikation, sondern schlichtweg an der Verpackung. Dabei haben sie oft nur Sekunden Zeit, um den Personalverantwortlichen für sich zu gewinnen.

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          500 bis 1.000 Bewerbungen auf eine Stellenanzeige - viele Unternehmen werden derzeit von einer wahren Bewerbungsflut überrollt. Für Bewerber heißt das: Sie haben oft nur ein paar Sekunden - oder wenn es hoch kommt Minuten - Zeit, um den Personalverantwortlichen für sich zu gewinnen.

          Eine Top-Ausbildung, gute Zeugnisse und ein interessanter Lebenslauf entscheiden über das Weiterkommen. Viele Bewerber scheitern jedoch nicht an ihrer mangelnden Qualifikation, sondern schlichtweg an der Verpackung. Wenn der Bewerber schon im Anschreiben einen unprofessionellen Eindruck macht oder sein Interesse am Unternehmen nicht glaubwürdig vermittelt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Personaler bis zum Prädikatsexamen oder Harvard-Abschluss weiter liest.

          - Sorgfalt - Wenn es um ihre Bewerbung geht, können Sie gar nicht pingelig genug sein. Ein Tippfehler in der Anrede, eine falsche Adresse? Prüfen Sie Ihre Bewerbung akribisch auf Rechtschreib- und Tippfehler. Eine falsche Schreibweise ist nicht nur peinlich, sondern kostet Sie in der Regel das Interesse.

          - Sauberkeit - Eigentlich eine Selbstverständlichkeit - Kaffeeflecken, Eselsohren, tintenverschmierte Seiten und schlechte Kopien haben in einer Bewerbungsmappe nichts zu suchen. Nur wer beim ersten Kontakt mit seinem zukünftigen Arbeitgeber einen professionellen Eindruck hinterlässt, kommt weiter.

          - Übersichtlichkeit - Vermeiden Sie Suchspiele. Personaler haben keine Geduld. Der Werdegang eines Bewerbers muss sich auf den ersten Blick erschließen. Unstrukturierte Lebensläufe in Prosaform, bei denen der Leser erst umständlich die einzelnen beruflichen Stationen ausfindig machen muss, zeugen nicht von Kreativität, sondern von mangelndem Durchblick.

          - Aufrichtigkeit - Lügen im Lebenslauf, sei es über Fremdsprachenkenntnisse oder frühere Arbeitgeber, fallen spätestens im Vorstellungsgespräch auf. Bleiben Sie also bei der Wahrheit und versuchen Sie, sich lieber durch angemessene Erläuterungen als optimaler Kandidat zu präsentieren.

          - Individualität - Auch wenn die Wahl eines Standardanschreibens verlockend ist, es ist und bleibt tabu. Das Anschreiben sollten Sie nutzen, um das Interesse des Lesers zu wecken. Nehmen Sie unbedingt Bezug auf die Stellenbeschreibung, schaffen Sie eine Verbindung zu Ihrem eigenen Lebenslauf und präsentieren sich so als optimaler Kandidat für das gesuchte Anforderungsprofil.

          - Vollständigkeit - Unternehmen erwarten einen lückenlosen und nachgewiesenen Lebenslauf. Berufliche „Auszeiten“ wie zum Beispiel Arbeitslosigkeit sind heute kein Killerkriterium mehr. Wichtig ist, dass Sie diese offen kommunizieren und aufzeigen, wie Sie die Zeit für ihr berufliches Weiterkommen, zum Beispiel durch Weiterbildungsmaßnahmen oder Sprachkurse, sinnvoll und zielführend genutzt haben.

          - Selbstkritik - Bewerben Sie sich nicht auf alles, was Ihnen in die Finger kommt. Hinterfragen Sie aufrichtig ihre persönliche Eignung für das gesuchte Kandidatenprofil. Wenn Sie zum Beispiel Berufsanfänger sind und das Unternehmen explizit einen Kandidaten mit mindestens 5 Jahren Berufserfahrung sucht, dann ersparen Sie sich und dem Personaler unnötigen Aufwand.

          - Kontaktaufnahme - In der Stellenanzeige ist eine Telefonnummer des Ansprechpartners angegeben? Dann scheuen Sie sich nicht, Ihren zukünftigen Arbeitgeber vorab zu kontaktieren. Mit den richtigen Fragen sammeln Sie nicht nur Pluspunkte, sondern haben zugleich einen Anknüpfungspunkt für das Anschreiben.

          - Optik - Auffallen um jeden Preis? Mit grellen Bewerbungsmappen, ungewöhnlichen Schrifttypen oder übergroßen Bewerbungsfotos im Freizeitdress mag Ihnen dies gelingen - allerdings nicht zu Ihrem Vorteil. Die meisten Branchen bevorzugen die klassische Bewerbungsmappe - sprich die gute alte Klarsichtmappe mit Klemme.

          - Prägnanz - Machen Sie dem Leser so wenig Arbeit wie möglich. Vermeiden Sie endlose Sätze, überflüssige Wörter oder Zahlen. Für das Anschreiben gilt: nicht mehr als eine Seite. Setzen Sie auf Klasse statt Masse. Andernfalls riskieren Sie, dass das Wichtigste überlesen wird

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