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Karrieresprung : Auf dem Weg zum Ruhm

  • -Aktualisiert am

Wer einen international renommierten MBA anstrebt, erwirbt den Titel besser im Ausland - noch. Einige deutsche Anbieter wollen mit ihren neuen Programmen zu den führenden europäischen Business-Schulen aufschließen.

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          Unter den 100 besten Business-Schulen der Welt - Fehlanzeige. Unter den 25 besten Business-Schulen Europas - Fehlanzeige: In aktuellen MBA-Rankings, etwa der Financial Times oder der Business Week, sucht man Deutsche Anbieter vergebens. Nun mögen die beliebten Ranglisten nicht zwangsläufig die tatsächliche Qualität der untersuchten Bildungsangebote widerspiegeln. Deren internationales Ansehen bei Arbeitgebern - und damit die Karrierechancen der Absolventen - bestimmen sie allemal.

          Die deutsche Mittelmäßigkeit im MBA-Markt hat mehrere Gründe. Zunächst: Gut Ding will Weile haben. „Die Absolventen müssen sich in der Wirtschaft behauptet haben, damit das Renommée und Netzwerk eines MBA-Programms zum Tragen kommen“, sagt Detlef Kran, Leiter der Akkreditierungsagentur FIBAA. Anders als in den Vereinigten Staaten oder Großbritannien kann man den Titel hierzulande erst seit einigen Jahren erwerben. Das Angebot ist seither rasant auf derzeit über 150 MBA-Programme angewachsen. Meist handelt es sich dabei um berufsbegleitende, kostenlose oder günstige Studiengänge an staatlichen Hochschulen.

          Schwieriger Markt für Vollzeitprogramme

          Der Weg zum Ruhm aber verläuft anders: „Um als Business School in internationalen Rankings wahrgenommen zu werden, muß man einen Vollzeit-MBA bieten“, weiß Professor Dr. Jürgen Weigand, Prorektor der WHU in Vallendar. Die angesehene private Management-Hochschule startete im März ein entsprechendes englischsprachiges Programm. Der Markt gilt hierzulande noch als schwierig: „Geld macht man damit nicht“, sagt MBA-Experte Kran. Für Interessenten sind die Kurskosten - 35.000 Euro an der WHU - dennoch beachtlich.

          Zumal die Teilnehmer eines Vollzeit-MBA in der Regel zwischen zwei Jobs stehen und somit nicht auf finanzielle Unterstützung des Arbeitgebers hoffen können. Anders als bei berufsbegleitenden Programmen stellt sich zudem die Frage, ob man den international orientierten Titel nicht besser gleich im Ausland absolviert. Die WHU vertraut auf ihre Reputation und die Zusammenarbeit mit der Kellogg School of Management (Vereinigte Staaten), mit der sie bereits seit 1997 einen berufsbegleitenden Executive MBA anbietet.

          Partner bringen internationales Flair

          Ein bekannter Partner verspricht Aufmerksamkeit im Ausland und macht es einfacher, international ausgerichtete Inhalte zu integrieren. Darauf setzen auch andere deutsche MBA-Anbieter, die mit ihren Programmen in die Riege der europäischen Top-Schulen aufschließen wollen. Die Gisma Business School in Hannover kooperiert seit Jahren mit der amerikanischen Purdue University. Die Universität Mannheim startete vergangenen Herbst gemeinsam mit der französischen Eliteschmiede ESSEC einen Executive MBA für angehende Top-Manager. Die beiden Hochschulen arbeiten bereits seit 2002 im Rahmen eines Vollzeit-MBA zusammen „Auf Augenhöhe“, betont Professor Dr. Jens Wüstemann, Akademischer Direktor an der Mannheim Business School. „Wir haben bewußt keine US-Hochschule gewählt, wo wir anfangs nur Juniorpartner gewesen wären.“

          Die Anspielung gilt der Goethe Business School (GBS). Die Stiftung der Universität Frankfurt startete im Juni gemeinsam mit der Duke University ebenfalls einen ambitionierten Executive MBA (siehe: "Wir wollen die beste Managerausbildung in Deutschland“). Der amerikanische Partner übernimmt anfangs zwei Drittel der Lehre und stellt das Curriculum, das auch für die Frankfurter Professoren verpflichtend ist. „Wir verfolgen einen pragmatischen Ansatz“, begründet GBS-Vorstand Professor Dr. Mark Wahrenburg. Sorge um ein eigenständiges Profil hat der frühere McKinsey-Berater nicht: „Unsere größte Stärke ist unser Corporate Network.“ Im Kuratorium der GBS sitzen Top-Manager von Firmen wie Microsoft, Fraport oder KPMG. Einige haben Mitarbeiter in den ersten MBA-Jahrgang entsandt. Wahrenburg: „Man trifft bei uns Leute, mit denen man später in Deutschland Geschäfte macht.“

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