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Karrierefrauen : Schön, erfolgreich und ohne Mann

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Jung, gescheit, mit Sportflitzer und hohen Ansprüchen: Die Alphamädchen finden nur schwer einen Mann fürs Leben Bild: dpa

Wenn Männer Karriere machen, sind sie sexy. Steigen Frauen auf, bleiben sie allein. Warum ist das so? Und wie sehen das die Karrierefrauen selbst? Bettina Weiguny hat einige von ihnen getroffen und befragt. Ein Spezial.

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          Sie haben sich auf dem Bahnsteig kennengelernt, beim Warten. Sie sieht blendend aus. Er lächelt sie an, frech, herausfordernd. Sie lächelt zurück. Dann flirten sie ein wenig, trinken einen Kaffee zusammen, und er fragt, ob sie sich wiedersehen. Sie sagt zu und reicht ihm ihre Karte. „Professor Dr. Dr.“ steht darauf. Sie sieht, wie er zusammenzuckt. „Das war's dann“, berichtet die Historikerin aus Hamburg. „Er hat nie angerufen.“

          Das mag Zufall sein, passiert der Professorin aber ständig. Sobald sie einem Mann ihren Beruf nennt, weicht er zurück. „Der Titel schreckt viele Männer ab“, stöhnt sie. Sie ist Ende Vierzig, intelligent, attraktiv, charmant. Sie weiß, was sie will, und das kriegt sie in der Regel auch. Nur einen Mann fürs Leben findet sie nicht.

          Damit teilt sie das Schicksal einer wachsenden Schar von Frauen, die für ihren beruflichen Aufstieg mit ungewollter Einsamkeit büßen. Kann es sein, dass Männer keine erfolgreichen Frauen mögen? Da ist durchaus etwas dran, bestätigen Soziologen. Männer bevorzugen demnach Frauen, die ihnen unterlegen oder bestenfalls auf Augenhöhe sind.

          Arzt und Krankenschwester

          Arzt und Krankenschwester ist ein gängiges Heiratsmodell, ebenso Arzt und Ärztin. Nur Student und Oberärztin finden selten zusammen. Denn auch die Oberärztin orientiert sich anders - nach oben in Richtung Chefarzt oder Unternehmer. 92 Prozent der Frauen ehelichen einen höher oder zumindest gleich gebildeten Mann, haben Wissenschaftler der Universität Magdeburg herausgefunden. Also eigentlich jede.

          Nun ist die Zahl der berufstätigen Akademikerinnen seit 1991 - dank fortschreitender Emanzipation - um mehr als 70 Prozent gestiegen. Sie mögen weniger Salär erhalten als die männlichen Kollegen, auf dem Weg nach oben irgendwo an gläserne Deckel stoßen, aber sie sind da - jung, gescheit, mit Sportflitzern und hohen Ansprüchen, an sich und ihre Partner. Für diese Alphamädchen gibt es zu wenig interessante Männer mit passendem Status. An dem Dilemma scheitern sie.

          „Nach außen verkörpern diese Frauen den Erfolg, treten souverän auf, sind eloquent und durchsetzungsstark, doch privat leiden sie“, erzählt die Züricher Management-Beraterin Christina Künzle. Karriere bedeute für Frauen häufig einen Abschlag beim privaten Glück. Über Jahre hinweg hat Künzle Karrierefrauen mit einer Studie begleitet. Was sie beobachtet, alarmiert sie: „Ein Drittel aller weiblichen Führungskräfte hat keine intakte Beziehung, obwohl der Wunsch nach einer festen Partnerschaft durchaus besteht.“ Auch der Anteil geschiedener Führungskräfte nimmt zu - nur noch 40 Prozent der Businessfrauen sind verheiratet, drei Viertel von ihnen sind - trotz Kinderwunsch - kinderlos.

          Karriere macht Männer sexy, Frauen einsam

          Ganz anders wirkt sich Karriere bei Männern aus: 90 Prozent der Top-Manager sind verheiratet, 80 Prozent sind Väter. Bei ihnen erhöhen sich die Chancen auf einen Wunschpartner durch beruflichen Erfolg. Karriere macht Männer sexy, Frauen einsam.

          Tatsächlich, so erzählen viele Singles, funktionieren nur drei Modelle: Man sucht sich einen jüngeren Partner wie Madonna, Demi Moore und Nena (der Altersunterschied nimmt den Vergleichsdruck vom Paar), einen älteren (die sind abgeklärt genug, über die weiblichen Ambitionen hinweg zu lächeln) oder einen Künstler: „Bei dem gehört eine brotlose Phase zum Selbstverständnis.“ Coach Christina Künzle, selbst seit vielen Jahren verheiratet, kennt noch einen Trick: „Ich verdiene mehr als mein Mann, aber sein IQ ist höher. Das beruhigt ihn.“

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