https://www.faz.net/-gqe-8eo4v

Kardinal Marx im Gespräch : „Christen dürfen nicht den Hass wählen“

  • Aktualisiert am

Kardinal Marx: „Ein Christ darf seine Stimme niemandem geben, der Hass verbreitet oder Rassismus predigt, der ausgrenzt und ein Freund-Feind-Schema propagiert.“ Bild: dpa

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz kritisiert die Debatte über eine Obergrenze für Flüchtlinge. Den unionsinternen Streit kommentiert er mit klaren Worten.

          1 Min.

          Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, hat die Gläubigen dazu aufgerufen, an diesem Wahlsonntag nicht für fremdenfeindliche Kandidaten und Programme zu stimmen. „Ein Christ darf seine Stimme niemandem geben, der Hass verbreitet oder Rassismus predigt, der ausgrenzt und ein Freund-Feind-Schema propagiert“, sagte er im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Der politische Streit sei „enthemmter geworden“, beklagte der Kardinal.

          Deutliche Kritik äußerte Marx an dem unionsinternen Streit über die Flüchtlingspolitik. Manche Äußerungen aus der CSU hätten ihn „zumindest irritiert“, sagte der Kardinal, der zugleich Erzbischof von München und Freising ist. Der Begriff der Obergrenze suggeriere eine Lösung, „die so nicht zu finden ist“, fügte er hinzu. „Mir wäre wirklich lieber, dass in einer solchen herausfordernden Situation die Regierung gemeinsam und im vertrauensvollen Miteinander agiert.“

          Der Münchner Erzbischof Marx äußerte sich auch zum Rücktritt des Pfarrers im oberbayerischen Zorneding, der sein Amt nach rassistischen Drohungen aufgegeben hatte. „Seine Entscheidung muss ich als Bischof respektieren, obwohl ich den Rückzug bedauere“, sagte Marx. Die Auseinandersetzungen vor Ort seien „nicht gut gelaufen“. Das habe jedoch Konsequenzen gehabt, es seien auch Versöhnungsgespräche geführt worden.

          Der dunkelhäutige Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende (66) war mehrfach rassistisch beleidigt und mit dem Tod bedroht worden. Deshalb hatte er sein Amt niedergelegt und den Ort nahe München verlassen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Erledigen Sie die Spieler des gegnerischen Teams: Szene aus dem Handyspiel Call of Duty Mobile

          Anschlag von Halle : Vom Ballerspiel zum Mordanschlag

          Stephan B. wollte seine Attacke in Halle aussehen lassen wie ein Videospiel. Eine Spurensuche in einer Welt, in der alles nur ein Witz sein kann – oder bitterer Ernst.
          Er wirkt altmodisch, aber alles hört auf sein Kommando: Trainer Dieter Hecking beim HSV

          HSV-Trainer Hecking : Alles hört auf sein Kommando

          Er wirkt etwas altmodisch, aber Trainer Hecking tut dem sonst so aufgeregten Hamburger SV dank seiner natürlichen Autorität gut – das imponiert auch seinen Vorgesetzten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.