https://www.faz.net/-gqe-a9fl1

Corona-Kontaktverfolgung : Kanzleramtsminister Braun drängt auf kurzfristige App-Lösung

  • Aktualisiert am

Will einen Wildwuchs verschiedener Systeme vermeiden: Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU). Bild: dpa

Die Nachverfolgung von Kontakten über die Luca-App erhält derzeit viel Aufmerksamkeit. Helge Braun bremst die Euphorie etwas aus, der CDU-Politiker plädiert für eine „einheitliche“ Lösung.

          1 Min.

          Der Chef des Bundeskanzleramtes, Helge Braun (CDU), hat sich für eine schnelle Entscheidung für eine Corona-Kontaktverfolgungslösung wie die Luca-App stark gemacht. Ein möglicher Start der zusätzlichen App könnte beispielsweise zum 22. März erfolgen, wenn in manchen Regionen die Außengastronomie wieder geöffnet werde, sagte Braun am Dienstag auf einer Veranstaltung des Softwarekonzerns Microsoft .

          Braun betonte, der Bund sei bereit, die Infrastruktur (Backend) für eine digitale Vernetzung der Gesundheitsämter in Deutschland zu finanzieren. Bei den diskutierten den Kontaktverfolgungs-Apps wollte sich Braun aber nicht ausdrücklich auf das von vielen Politikern favorisierte Luca-System festlegen. Die App-Lösung müsse „hinreichend kleinteilig sein“, um etwa bei einer Großveranstaltung in einem Stadion zu verhindern, dass bei einem Infektionsfall 30.000 Besucher dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

          Mit den Ländern sei vereinbart worden, dass die sich auf ein möglichst „einheitliches System“ einigen sollten, sagte Braun weiter. Mit der besseren Verfügbarkeit von Impfstoffen komme es auf die kommenden drei bis vier Monate an. „Uns wäre es sehr recht, wenn die Länder eine möglichst einheitliche Lösung haben, die wir schnell an die Gesundheitsämter anbinden können – also kein Schnittstellen-Wirrwarr, sondern möglichst eine klare Lösung.“

          Handwerk und Einzelhandel fordern Lösung

          Am Dienstag forderte das Bäckerhandwerk in Deutschland die Politik auf, eine bundesweit einheitliche Lösung zur Kontaktverfolgung voranzutreiben. Die Luca-App biete dazu eine geeignete und datenschutzrechtlich konforme Lösung, erklärte der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks. „So bekommen die Bäckerei-Cafés endlich eine rasche Öffnungsperspektive“, erklärte Verbandspräsident Michael Wippler.

          Mit der Luca-App können sich Besucher eines Cafés, eines Restaurants, einer Kulturveranstaltung aber auch eines Fußballspiels oder eines ähnlichen Events einchecken und für den Fall einer Corona-Warnung ihre Kontaktdaten hinterlassen. Während manche Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern bereits entschieden haben, das Luca-System zu lizenzieren, haben sich andere Bundesländer noch nicht entschieden. Wettbewerber von Luca und Open-Source-Aktivisten kritisieren die App, unter anderem weil sie nicht quelloffen entwickelt wurde.

          Weitere Themen

          Der wahre Preis eines Cookies

          Was unser Essen kostet : Der wahre Preis eines Cookies

          Das Ernährungssystem muss nachhaltig werden. Das bedeutet, versteckte Kosten sichtbar zu machen. Woraus sie bestehen – und warum Unternehmen sie schon aus Eigeninteresse berücksichtigen sollten.

          Topmeldungen

          Hatte einmal mehr keinen leichten Tag: Armin Laschet

          Laschet und die Union : Machtprobe

          Ein turbulenter Tag für die Union: CSU-Chef Söder spricht Scholz die besten Chancen aufs Kanzleramt zu – und Laschet verhindert eine Kampfkandidatur in der Fraktion.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.