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Michael Bloomberg : Der Nachzügler für die Demokraten

Michael Bloomberg, 77, ist ehemaliger Bürgermeister von New York. Die Wahlpanne der Demokraten in Iowa könnte ihn zum Favoriten machen. Bild: Getty

Geld schießt Tore, aber gewinnt es auch Wahlen? Der Milliardär Michael Bloomberg testet das gerade aus und geht nachträglich für die Demokraten ins Rennen – dabei profitiert er vom Wahlchaos in Iowa.

          7 Min.

          Bis vor wenigen Wochen galt die Prognose als absurd, die Demokratische Partei könnte sich hinter Michael Bloomberg, einem der reichsten Männer der Welt, vereinigen, um Präsident Donald Trump im Wahlkampf um das höchste politische Amt in den Vereinigten Staaten Paroli zu bieten. Die Bekämpfung der Ungleichheit war als eines der drängenden Themen identifiziert, dem sich alle Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Partei verschrieben haben, zumindest rhetorisch. Der Linke Bernie Sanders sprach Milliardären die Existenzberechtigung ab, Elizabeth Warren attackierte ausgewählte Superreiche in ihrer Fernsehwerbung. Bloomberg war zudem bis 2007 Republikaner und als New Yorker Bürgermeister von 2001 bis 2013 verantwortlich für eine „law-and-order“-Polizeitaktik, die schwer aus der Mode gekommen ist im demokratischen Lager.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Doch dann kam das Debakel von Iowa. Der kleine Bundesstaat (drei Millionen Einwohner) mit seinem speziellen innerparteilichen Wahlverfahren hat eine einzige große Aufgabe für das ganze Land zu erledigen: Er ordnet das Feld der Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur einer Partei. Der Wahlkampf verläuft hier sehr persönlich. Unbekanntere Kandidaten haben so die Chance, mit Reden und ihren Programmen auf sich aufmerksam zu machen. Allerdings gilt auch: Wer hier unter „ferner liefen“ abschneidet, kann einpacken und seine Helfer feuern. Die Demokraten Jimmy Carter und Barack Obama verdankten ihren Siegen in Iowa den Schub, der nationale Aufmerksamkeit mit sich bringt. Ihre Reden wurden im ganzen Land ausgestrahlt und präsentierten den Zuschauern ernsthafte Kandidaten, deren Wahlkampfbotschaften verfangen hatten.

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