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Nordamerikanischer Handelspakt : Kanada ziert sich noch bei Nafta-Nachfolge

  • Aktualisiert am

Die Flaggen der drei Nafta-Vertragspartner Bild: Reuters

Washington und Mexiko sind sich einig, doch der dritte im Bunde macht es spannend. Kanada will noch einige Forderungen durchsetzen, damit es neuen Vereinbarungen zum Freihandel zustimmt.

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          Der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau hat sich zurückhaltend über die Erfolgsaussichten für ein neues Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten geäußert. Es habe zwar gute Fortschritte bei den Gesprächen zum Thema Autoindustrie gegeben, sagte Trudeau am Dienstag. Seine Haltung, dass die kanadischen Milchbauern geschützt werden müssten, habe sich aber nicht geändert. Er freue sich darauf, ein Abkommen zu unterzeichnen, solange dies vorteilhaft für die kanadische Bevölkerung sei, sagte der Regierungschef.

          Am Montag hatten sich die Vereinigten Staaten und Mexiko vorläufig auf ein neues Handelsabkommen verständigt, das nach dem Willen von Präsident Donald Trump an die Stelle des bisherigen Nafta-Abkommens treten soll. Kanada als bislang dritter Partner des Nafta-Vertrags verhandelt derzeit mit den Vereinigten Staateb darüber, ob es dem neuen Abkommen beitritt. Die Regierung in Washington hat sich zuversichtlich gezeigt, bis zum Wochenende auch mit Kanada eine Abmachung über die künftigen Handelsbeziehungen erreichen zu können. Trump hatte gedroht, andernfalls Zölle auf Fahrzeuge und Zulieferer aus Kanada zu erheben.

          Kompromissbereitschaft

          Kanadas Außenministerin Chrystia Freeland wird an diesem Dienstag zu Handelsgesprächen in Washington erwartet. Sie sagte, Mexiko habe erfreulicherweise Kompromissbereitschaft bei den Mindestlöhnen im Automobilbereich gezeigt. „Das ebnet den Weg für substanzielle und, wie ich hoffe, produktive Diskussionen, die wir in dieser Woche haben werden“, sagte Freeland.

          Unterdessen stellten führende amerikanische Demokraten ihre Unterstützung für ein rein bilaterales Abkommen mit Mexiko in Frage. Senator Chuck Schumer sagte, es gebe ernste rechtliche Bedenken dagegen, ein solches Abkommen im beschleunigten Verfahren durch den Senat zu bringen. Nur ein Abkommen zwischen allen drei Nafta-Vertragsstaaten könne im beschleunigten Verfahren behandelt werden.

          Mexiko und die Vereinigten Staaten hatten sich auf Grundsätze für die Nachfolge des seit 1994 bestehenden Nafta-Abkommens geeinigt – und damit Kanada als dritten Partner unter Zugzwang gesetzt. Das nordamerikanische Handelsabkommen betrifft fast 500 Millionen Menschen und deckt ein Gebiet mit einer Gesamtwirtschaftsleistung von knapp 23 Billionen Dollar (19,79 Billionen Euro) ab. Das Handelsvolumen der Vereinigten Staaten mit den beiden Nachbarn hat sich seit 1994 auf 1,3 Billionen Dollar fast vervierfacht. Trump hatte das Abkommen nach seinem Amtsantritt infrage gestellt und Neuverhandlungen durchgesetzt.

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