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Kampf um die Quote : Was Frauen wollen - und können

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Klar ist indes: Spitzenfrauen schaden ihren Firmen keinesfalls. Die Chancen stehen bestens, dass sie Aktionären Freude bereiten. Das untermauert eine Studie der österreichischen Forscherin Christine Zulehner, die Daten 30.000 österreichischer Firmen von ihrer Gründung Ende der siebziger Jahre bis Anfang dieses Jahrtausends auswertete. Ihr Fazit: „Betriebe mit weiblichen Chefs sind in der Gründungsphase robuster und dann langlebiger.“ Sie wüchsen keinesfalls langsamer als rein männliche Gründungen. Trotzdem traut der Markt Frauen weniger zu, fand Zulehner heraus: „Kommen Frauen in Krisen an die Spitze, sinkt der Aktienkurs stärker als bei Männern.“ Offensichtlich deuteten die Märkte dies als besonderes Alarmsignal. So viel zum Führen-Können. Und das Führen-Wollen? Hierzu haben Renee Adams und Patricia Funk 2011 geforscht. Fazit: Weibliche Spitzenkräfte seien zwar gutmütiger und weniger auf Machterhalt aus als Männer. Doch sie hingen auch weniger an Tradition und Sicherheit, seien sogar risikofreudiger. Das überrascht, zeichnen ältere Studien Frauen doch als risiko- und konkurrenzscheu. „Die betrafen durchweg Studentinnen“, kritisiert Adams. „Leaderfrauen sind anders. Sie agieren wie Männer.“

Externe Faktoren zwingen Frauen zur Wahl

Tatsächlich betrifft auch die deutsche Forschung oft junge Frauen, die noch nicht viel Büroluft geschnuppert haben. 17 bis 19 und 27 bis 29 Jahre waren die Frauen jung, die Frauenforscherin Jutta Allmendinger vom Wissenschaftszentrum Berlin vor vier Jahren befragte. Aber das Ergebnis war eindeutig: Frauen dieser Altersgruppe wollen alles: Karriere, gutes Geld, Kinder.

Auch die Ökonominnen Angelika Kümmerling und Dorothée Dickenberger von der Uni Mannheim fanden 2001 heraus: Weibliche Studenten sind sogar ehrgeiziger und zielstrebiger als die männlichen Kommilitonen. Sie seien eher bereit, für ihre Karriere umzuziehen, auf Hobbys zu verzichten und mit dem Partner zu streiten. Auch eine Umfrage der TU Berlin von 2011 unter 300 Führungskräften beider Geschlechter ergab, dass Frauen sich mehr als Männer um Selbstmarketing im Job bemühten.

Doch sind Kinder da, arbeiten viele Frauen Teilzeit oder wechseln auf wenig aussichtsreiche Stellen - ist ihnen die Lust auf den Aufstieg vergangen? Keinesfalls, zeigt eine Studie der Frankfurter BWL-Professorin Regine Graml von 2010. 1800 berufstätige Mütter hat sie über ihre Prioritäten befragt. 42∙Prozent hielten Job und Familie für gleichrangig, 56 gaben der Familie einen Vorzug. Aber 70 Prozent bewerteten ihre Schwangerschaft als Karriereknick - fast 40∙Prozent sagten, ihnen sei eine Beförderung entgangen, jede Zweite beklagt eine entgangene Gehaltserhöhung. Von Flucht vor dem Job keine Rede. Frauen stünden vor der „Vereinbarkeitsfalle“, so Graml. Erst externe Faktoren wie mangelnde Betreuung und die doppelte Last von Haushalt und Job zwängen sie zur Wahl. Das bestätigt eine Studie von Marianne Bertrand der Chicagoer Booth School of Business. Frauen seien zum „trade-off“, zur Wahl zwischen Karriere und Kind gezwungen. Sie schreibt: „Der Aufstieg der Männer hat nichts mit dem Familienstand zu tun.“

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