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Kampagne gegen Pestizide : „Der BUND rückt Bauern in die Nähe von Mördern“

  • -Aktualisiert am

Ausschnitt aus dem Kurzfilm Bild: BUND

Ein Kurzfilm des größten deutschen Umweltverbands sorgt für Empörung. Das Video zeigt einen Acker, auf dem statt Pflanzen menschliche Babys wachsen. Dann nähert sich ein Flugzeug.

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          Für die neue Kampagne des BUND gegen Pestizide haben Wirtschaftsverbände den Umweltverband am Donnerstag scharf kritisiert. „Hetze“, einen virtuellen „Kreuzzug“ und „falsche Propaganda“ warf der Deutsche Bauernverband dem BUND vor.

          Es geht um einen im Internet verbreiteten Kurzfilm. Der zeigt einen Acker, auf dem statt Pflanzen menschliche Babys wachsen. Deren Köpfe schauen aus der Erde heraus, ehe sich ein Flugzeug im Tiefflug nähert und Pestizide auf die Kinder spritzt. Dann folgt der Text: „Pestizide. Hergestellt, um zu töten. Jetzt aktiv werden. Für eine Zukunft ohne Gift.“ Hier das Video:

          Der größte deutsche Umweltverband fordert die Bundesregierung auf, sich in Brüssel für ein Teilverbot des verbreiteten Pestizids Glyphosat einzusetzen. Die EU-Kommission prüft, ob das seit rund 40 Jahre eingesetzte Herbizid 2014 neu zugelassen wird. Es ist in geringer Konzentration im Grundwasser zu finden.

          Einige Studien legen negative Gesundheitsfolgen nahe, laut Bundesinstitut für Risikobewertung entsprechen diese aber nicht wissenschaftlichen Standards. Glyphosat sei „unbedenklich“.

          So sieht es auch die Weltgesundheitsorganisation. Anders der BUND: Der meint, Glyphosat stehe „im Verdacht“ Krebs auszulösen. Diese Formulierung sei „typisch für einen Aktivisten-Sprech, der Fakten unterdrückt“, erregte sich der Agrarchemieverband IVA. Die Kampagne rücke Landwirte in die Nähe von Kindermördern.

          „Die Lebensmittelwirtschaft“, ein von Wirtschaftsverbänden gegründeter Verein, meinte, der BUND habe sich als Gesprächspartner verabschiedet. Mit dem Video ruft der BUND zu Spenden auf: „Unterstützen Sie unsere Arbeit für eine Zukunft ohne Gift!“ Schon „50, 20 oder 10 Euro“ seien ein wichtiger Beitrag. Der Bauernverband stellte die Gemeinnützigkeit in Frage.

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