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: Kajo Neukirchen in der Metallgesellschaft

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Der als Sanierungsfachmann anerkannte Kajo Neukirchen tritt am 17.12.1993 an die Spitze der Metallgesellschaft. Zugleich wird Vorstandsvorsitzender Heinz Schimmelbusch fristlos abberufen. Die Metallgesellschaft war nach riskanten Öl-Termingeschäften in finanzielle Schieflage geraten.

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          Der als Sanierungsfachmann anerkannte Kajo Neukirchen tritt am 17.12.1993 an die Spitze der Metallgesellschaft. Zugleich wird Vorstandsvorsitzender Heinz Schimmelbusch fristlos abberufen. Die Metallgesellschaft war nach riskanten Öl-Termingeschäften in finanzielle Schieflage geraten. 1994 kündigt Neukirchen die Neuausrichtung des überschuldeten Konzerns an. Die Banken einigen sich auf ein Sanierungspaket von 3,4 Milliarden DM. Auf der ersten Bilanzpressekonferenz spricht Neukirchen von einem erfolgreichen Umbau. Von 775 Beteiligungen wurden mehr als 300 abgebaut. 1995 verkündet Neukirchen, daß die Krise der Metallgesellschaft vorbei ist. 1996 folgt die Ankündigung, die für Ölgeschäfte verantwortliche Tochtergesellschaft MG Corp. in Amerika abzuwickeln. Die Metallgesellschaft gewinnt in den Vereinigten Staaten den Prozeß gegen Arthur Benson, den ersten Ölhändler der MG Corp. 1997 kommt der Vergleich im Prozeß gegen den früheren Vorsitzenden Heinz Schimmelbusch. 1998 kündigt die Metallgesellschaft nach vier Jahren die Zahlung einer Dividende an. Kajo Neukirchen verlängert den Vertrag mit der Metallgesellschaft um weitere fünf Jahre. 1999 erwirbt die Metallgesellschaft 74,85 Prozent an dem Bochumer Anlagenbauer Gea AG. Die Mehrheit erlangt sie durch die Übernahme von mehr als 50 Prozent der Stammaktien, die von der Familie Happel gehalten werden. Im Gegenzug erhält Otto Happel einen Anteil an der Metallgesellschaft von rund 8 Prozent. Durch die Verschmelzung mit der Lurgi entsteht der zweitgrößte Anlagenbauer Europas. Im Jahr 2000 ändert die Metallgesellschaft nach dem Umbau des Konzerns auf die Geschäftsfelder Anlagenbau (Lurgi und Gea) und Chemie (Dynamit Nobel und Chemag) ihren Namen in MG Technologies AG. 2001 kommen Vorwürfe von Großaktionär Otto Happel gegen die MG wegen Bilanzkosmetik und Forderung nach einer Sonderprüfung. Happel stockt seinen Anteil an der MG auf 10,2 Prozent auf. Im Jahr 2002 stellt sich Aufsichtsrat hinter Neukirchen. Der Vorstand der MG scheitert auf der Hauptversammlung mit der Ermächtigung für eine Wandelanleihe. Happel erleidet vor Gericht eine Niederlage mit dem Antrag auf eine Sonderprüfung des Jahresabschlusses 1999/2000. Im Jahr 2003 stockt Neukirchen-Gegner Happel seine Beteiligung auf mehr als 20 Prozent auf und drängt in der Aufsichtsrat der MG. (F.A.Z.)

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