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„Juul“ : Ärzte und Politik warnen vor neuer Teenie-Droge

  • Aktualisiert am

Sieht stylish aus, enthält aber Unmengen Nikotin: Die E-Zigarette „Juul“ Bild: Bloomberg

In Amerika sind hunderttausende Schüler von der stark nikotinhaltige E-Zigarette „Juul“ abhängig, nun fürchtet die Bundesregierung um die Gesundheit der deutschen Schüler: Ein „Desaster wie in Amerika darf sich nicht wiederholen“.

          Eine neue Teenie-Droge aus Amerika alarmiert Bundesregierung und Gesundheitsexperten. „Juul“, eine stark nikotinhaltige E-Zigarette, wird seit kurzem in Deutschland verkauft und hat ein hohes Suchtpotenzial. Mediziner warnen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung von einer Einstiegsdroge für Jugendliche, die Politik prüft Abwehrmaßnahmen.

          Der Verkauf von Juul an Minderjährige ist verboten. Trotzdem hat sich das Produkt in Amerika innerhalb kürzester Zeit wie eine „Epidemie“ ausgebreitet. Dort dampft bald jeder vierte Jugendliche. Viele sind nikotinabhängig.

          Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, kündigt in der F.A.S. an, alles zu tun, damit sich die bedrohliche Entwicklung in Amerika hierzulande nicht wiederholt. „Dort wurde die Markteinführung von Juul zum Desaster für die Gesundheit hunderttausender junger Menschen, die nie zuvor eine Zigarette in der Hand hatten“, sagt Mortler. „Wir müssen uns genau anschauen, ob die aktuelle Obergrenze beim Nikotin so in Ordnung ist.“ Diese liegt in der EU bei 20 Milligramm pro Milliliter. In Amerika ist der Wert fast dreimal so hoch.

          Der Hersteller selbst warnt

          Trotz der schwächeren Dosierung in Deutschland sieht Josef Kahl vom Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte eine große Gefahr, „dass Juul unter Schülern hier genauso abgeht wie in Amerika“. Die fruchtig-süßen Sorten und das stylisch schlanke Design, das einem USB-Stick ähnle, treffe perfekt den Geschmack der Teenies.

          Der Hersteller Juul Labs selbst warnt vor seinem Produkt: „Juul hat wie Zigaretten nichts in den Händen von Kindern und Jugendlichen zu suchen, weil beides Nikotin enthält, ein Stoff, der sehr stark abhängig macht.“ Deshalb dürfe die Ware nur an Volljährige verkauft werden. Allerdings gehen viele Händler mit den Alterskontrollen lax um, auch in Deutschland. „Mit einigen Händlern haben wir die Geschäftsbeziehungen bereits abgebrochen“, sagt ein Firmensprecher in der F.A.S.: „Sie werden von uns nicht mehr beliefert.“

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