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Ghosn-Skandal : Juristischer Albtraum für Ghosns Helfer

Greg Kelly (l), trifft mit seinen Anwälten zur ersten Gerichtsverhandlung vor dem Bezirksgericht ein. Bild: dpa

Greg Kelly beteuert seine Unschuld. Die frühere rechte Hand des Ex-Nissan-Chefs Ghosn muss sich vor Gericht verantworten.

          2 Min.

          Dutzende Male fiel am Dienstag im Raum 104 des Bezirksgerichts in Tokio der Name von Carlos Ghosn, des früher mächtigen Chefs der Auto-Allianz von Renault, Nissan und Mitsubishi. Doch Ghosn sitzt im von Nissan bezahlten Haus im Libanon und hat sich durch Flucht der japanischen Justiz entzogen. Zurück in Tokio blieb der amerikanische Jurist Greg Kelly, ein früherer Direktor im Verwaltungsrat von Nissan und treuer Helfer Ghosns. Er soll nach Anklage der Staatsanwaltschaft dem Manager bei der Verschleierung von Einkommen in Finanzberichten geholfen haben. Kelly, der am Dienstag 64 Jahre alt wurde, beteuerte seine Unschuld. „Ich bestreite die Vorwürfe“, sagte er. „Ich war nicht in eine kriminelle Verschwörung involviert.“ Ein Vertreter von Nissan gestand dagegen die Schuld des Unternehmens ein. Das ist folgerichtig: Nissan hatte mit der Staatsanwaltschaft kooperiert, um Ghosn und Kelly vor Gericht zu bringen.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Die Erwartungen an den Prozess sind hoch, weil an den 76 Verhandlungstagen bis Juli auch frühere Spitzenmanager von Nissan aussagen werden. Doch die spektakulären Fragen, auf die jeder eine Antwort sucht, sind nicht Thema. Nicht verhandelt werden wird, ob der Sturz Ghosns eine Verschwörung war, um Nissan aus den Fängen Renaults und Frankreichs zu holen und als japanisches Unternehmen zu erhalten. Diese Theorie verbreiten Ghosn und Kellys Anwälte. Nicht verhandelt wird auch, ob Ghosn sich für sein luxuriöses Leben Vermögen von Nissan angeeignet hat.

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