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Ex-Goldman-Sachs-Manager : Jörg Kukies wird wichtigster Wirtschaftsberater von Olaf Scholz

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Goldman-Sachs-Deutschlandchef, dann Staatssekretär im Finanzministerium – nun wechselt Jörg Kukies mit Olaf Scholz ins Kanzleramt. Bild: dpa

Der frühere Investmentbanker leitet künftig die Abteilung Finanz- und Wirtschaftspolitik im Kanzleramt. Die Rolle hat auch eine internationale Bedeutung.

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          Jörg Kukies geht mit Olaf Scholz (SPD) ins Kanzleramt. Als Leiter der Abteilung Finanz- und Wirtschaftspolitik folgt er auf Lars-Hendrik Röller, der als Sherpa für Angela Merkel (CDU) zehn Jahre die Gipfel der sieben Industrieländer (G 7) und der größeren Zwanzigerrunde einschließlich Schwellenländer (G 20) vorbereitet hat. Das Handelsblatt berichtete am Montag als erstes über die Personale.

          Der frühere Investmentbanker hat mit seinem Wechsel nach Berlin einige Gehaltseinbußen in Kauf genommen. Als wirtschaftspolitischer Berater des Kanzlers werden die Bezüge nochmals sinken, falls er keine Leistungszulage erhalten sollte. Bisher war er Staatssekretär, künftig ist er „nur“ Abteilungsleiter.

          Im Bundesfinanzministerium hat sich Kukies um die Finanzmärkte und die Europapolitik gekümmert. Im Wirecard-Untersuchungsausschuss verteidigte er wortreich sich und seinen Chef. Man habe keinen Einfluss auf einzelne Entscheidungen der Finanzaufsicht Bafin genommen, eben auch nicht auf das besonders umstrittene   Leerverkaufsverbot mit Wirecard-Aktien. Dieses hatte viele Anleger getäuscht, weil sie es als ein Gütesiegel für den Konzern aus Aschheim bei München verstanden haben.

          Bevor Kukies Spitzenbeamter wurde, war der Ökonom Ko-Vorsitzender des Vorstands der Goldman Sachs AG und Leiter ihrer Zweigniederlassung in Frankfurt. Wie Scholz am Montag offiziell mitteilte, wird Wolfgang Schmidt, ebenfalls beamteter Staatssekretär im Finanzministerium und enger Vertrauter seit vielen Jahren, Chef des Kanzleramts.

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