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Siemens-Chef in Russland : Propaganda mit Bildern

  • -Aktualisiert am

Joe Kaeser lässt sich nicht nur instrumentalisieren. Auch dem deutschen Fernsehzuschauer kann er sein Handeln nicht erklären. Bild: dpa

Die westliche Staatengemeinschaft zieht die Sanktionsschraube gegen Russland enger. Und was macht der Siemens-Chef? Er spielt in einem Propagandafilmchen im russischen Fernsehen mit!

          Diese Bilder wird Joe Kaeser nicht so schnell loswerden. Während die westliche Staatengemeinschaft als Reaktion auf die Einverleibung der Krim durch Russland die Sanktionsschraube langsam fester zieht, spielt der Vorstandsvorsitzende von Siemens in einem Propagandafilmchen für das russische Fernsehen die Figur einer Krämerseele, der das Geschäft über alles geht und die dankbar dafür ist, von Präsident Putin empfangen worden zu sein.

          Anschließend fehlen Kaeser auch noch die richtigen Worte, um das befremdliche Schauspiel dem deutschen Fernsehzuschauer zu erklären.

          Nicht instrumentalisieren lassen

          Damit keine Missverständnisse aufkommen: Auch in Krisenzeiten dürfen und sollen langjährige Geschäftspartner miteinander im Gespräch bleiben. Siemens macht seit 160 Jahren in Russland Geschäfte und hat manche Krise erlebt.

          Gerade deswegen muss sich der Chef von Siemens vom Kreml heute nicht instrumentalisieren lassen. Ohne Kameras hätte es keine Propagandabilder gegeben und möglicherweise sogar ein besseres Gespräch. Vielleicht hätte Putin die Führung von Siemens dann zwei statt einer Stunde warten lassen. Aber das hätte Kaeser locker verschmerzen können.

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