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Interview mit Joachim Gauck : „Verachten Sie den Wohlstand nicht“

Joachim Gauck Bild: Jens Gyarmaty

Zum 30. Jahrestag der deutsch-deutschen Währungsunion spricht der frühere Bundespräsident Joachim Gauck über den Wert des Geldes und die Liebe zur Demokratie.

          8 Min.

          Herr Gauck, vor 30 Jahren wurde in der DDR die D-Mark eingeführt. Wissen Sie noch, was Sie sich als Erstes gekauft haben?

          Ralph Bollmann

          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Nichts Besonderes. Wahrscheinlich einen Liter Milch. Oder Brot.

          Sie haben sich durch die materiellen Einschränkungen in der DDR nicht so sehr beeinträchtigt gefühlt?

          Das war nicht mein bestimmendes Lebensgefühl. Meine Familie und unser Freundeskreis litten mehr unter der Ungerechtigkeit und Unfreiheit. Echte Not kannte ich aus meiner Kindheit. Mein Vater war 1951 nach Sibirien deportiert worden, das bedeutete für die Familie große Entbehrungen. Später gehörten meine Kinder in der Klasse zu denen, deren Eltern ein geringes Einkommen hatten. Die Anschaffung eines Fernsehers war ein Kraftakt, solche Dinge waren in der DDR sehr teuer. Ein Auto hätte ich mir nie leisten können.

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