https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/jeremy-hunt-stimmt-menschen-auf-kampf-gegen-inflation-ein-18468922.html

Britanniens Haushaltspolitik : Ehrlich mit den Menschen

  • -Aktualisiert am

Der Sanierer: Jeremy Hunt setzt im britischen Haushalt auf Stabilität. Bild: dpa

Ich bin ehrlich mit den Menschen in Großbritannien und Nordirland gewesen, dass die Inflation der große Gegner ist, der bezwungen werden muss. Ein Gastbeitrag des britischen Finanzministers.

          2 Min.

          Die Beben, die durch Präsident Putins Angriff auf die Ukraine und die Nachwirkungen von Covid verursacht wurden, machen sich in Volkswirtschaften auf der ganzen Welt bemerkbar. Eine hohe Inflation und ein sich verlangsamendes Wachstum sind Probleme, die das Vereinigte Königreich mit vielen Ländern in ganz Europa teilt, einschließlich Deutschland.

          Unsere beiden Länder vereint auch ein festes Engagement für finanzpoli­tische Verantwortung, eine Bereitschaft, unsere Probleme entschlossen anzugehen, und der Wunsch, durch gemein­sames Handeln wirtschaftliches Wachstum zu ermöglichen und gleichzeitig die Inflation zu verringern.

          Die Inflation in der Eurozone ist auf einem Rekordhoch von 10,6 Prozent. Die Rate im Vereinigten Königreich be­trägt 11,1 Prozent, in Deutschland 11,6 Prozent. Das bedeutet, dass wir al­le mehr für alltägliche Güter und Wa­ren bezahlen als vor ein paar Monaten. Es sind aber nicht nur Haushalte, die damit zu kämpfen haben – auch für Unternehmen sind das harte Zeiten. Die steigenden Kosten für Energie, Gü­ter und Materialien drücken die Profitmargen und erschweren es Arbeitgebern, neue Stellen zu schaffen.

          Stabilität für die Wirtschaft dringend nötig

          Ich bin ehrlich mit den Menschen in Großbritannien und Nordirland gewesen, dass die Inflation der große Gegner ist, der bezwungen werden muss – und dasselbe gilt für Länder in ganz Europa. Die Herbsterklärung, die ich jetzt im britischen Parlament abgegeben habe, be­fasst sich genau damit: die Inflation zu bewältigen und das Leben der Menschen zu verbessern und gleichzeitig die dringend benötigte Stabilität für die Wirtschaft des Vereinigten Königreiches herzustellen.

          Es war eine schwierige Entscheidung, die Steuern zu erhöhen und die Regierungsausgaben zu senken, aber sie wird unsere Wirtschaft stabilisieren und den Finanzmärkten Sicherheit bieten. Darüber hinaus werden wir sicherstellen, dass die Bedürftigsten in diesem schwierigen Winter Unterstützung erhalten.

          Wir sind ein Land, das sich nicht davor scheut, schwere Entscheidungen zu treffen, um die Grundlagen für eine Wirtschaft zu schaffen, die in den kommenden Jahren und Jahrzehnten aufblühen und gedeihen wird.

          Dem Angreifer die Stirn bieten

          Ich weiß, dass Deutschland sich ebenfalls mit Entschlossenheit für eine nachhaltige staatliche Finanzpolitik einsetzt. Unser gemeinsamer Glaube an die Fi­nanzdisziplin wird uns dabei leiten, wenn es darum geht, die gegenwärtigen Herausforderungen zu meistern. Des Weiteren werden wir gewährleisten, dass wir in der bestmöglichen Lage sein werden, um auf zukünftige wirtschaft­liche Herausforderungen zu reagieren.

          Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine und der Einsatz von Energie als Waffe sind die Hauptursache für die steigende Inflation und die düsteren ökonomischen Aussichten. Bundes­finanzminister Christian Lindner und ich werden unserem gemeinsamen An­greifer die Stirn bieten, indem wir wichtige Entscheidungen treffen, um die Verschuldung zu reduzieren, die Inflation zu senken und wirtschaftliche Stabilität zu einem Zeitpunkt zu schaffen, an dem sie am dringendsten benötigt wird.

          Deutschland und das Vereinigte Kö­nigreich navigieren gemeinsam durch diese unruhigen Gewässer, die vor uns stehen, und das wird unsere freundschaftlichen Bande und unsere Volkswirtschaften zweifelsohne stärken. Wir werden immer unverzichtbare Partner sein, wenn es darum geht, globale He­rausforderungen gemeinsam anzu­gehen.

          Jeremy Hunt ist britischer Schatzkanzler.

          Weitere Themen

          170 Milliarden Euro für grüne Technologien

          F.A.Z. exklusiv : 170 Milliarden Euro für grüne Technologien

          Die Europäische Kommission legt erstmals Zahlen dazu vor, wie viel Geld die EU investieren muss, um im Wettbewerb um grüne Technologien mithalten zu können. Sie lässt keinen Zweifel daran, dass es dafür neues Geld braucht.

          Topmeldungen

          Ein Kampfpanzer des Typs Leopard 2 im Oktober 2019 auf einer Teststrecke in Thun

          Ukrainekrieg : Schweizer Panzer als Lückenstopfer

          Die Schweiz hat 96 Leopard-2-Panzer eingemottet. Ein Teil davon könnte nun an Länder gehen, die ihrerseits der Ukraine geholfen haben.
          Vor allem die Gaspreise hatten die Inflationsrate zuletzt stark beeinflusst.

          Verbraucherpreise : Das Geheimnis der deutschen Inflation

          Normalerweise wird pünktlich zum Ende jeden Monats in Deutschland die Inflationsrate veröffentlicht. Das ist diesmal anders, ausgerechnet in so bewegten Zeiten. Was steckt dahinter?

          Oatly und Beyond Meat : War’s das mit dem Veggie-Boom?

          Es hieß, Milch- und Fleischersatz würden unser Leben umkrempeln. Jetzt stagnieren die Verkaufszahlen, und an der Börse fallen die Kurse. Was ist da los?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.