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Bundesbank-Präsident Weidmann : „Inflationsraten, die in Richtung 5 Prozent gehen“

Bundesbankpräsident Jens Weidmann Bild: dpa

Bundesbank-Präsident Weidmann erklärt im Gespräch mit der F.A.Z., warum er den Beschlüssen des EZB-Rats nicht zugestimmt hat. Auch verrät er, ob er längerfristige Inflationsgefahren sieht.

          4 Min.

          Herr Weidmann, Sie haben den geldpolitischen Beschlüssen des EZB-Rats am Donnerstag nicht zugestimmt. Warum nicht?

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

          Wir sind uns im EZB-Rat einig, dass eine expansive Geldpolitik derzeit angemessen ist. Mir war aber die potentiell zu lange Fortschreibung des Niedrigzinsumfelds zu weitgehend.

          In der Eurozone lag die Inflationsrate im Juni gerade mal bei 1,9 Prozent. Viele Experten erklären den jüngsten Anstieg überwiegend mit vorübergehenden Einflüssen. Widersprechen Sie dieser Einschätzung?

          Die Inflationsraten werden zunächst einmal stark steigen. Meine Fachleute erwarten etwa für Deutschland zum Jahresende 2021 Raten, die in Richtung 5 Prozent gehen könnten. Hier sind vor allem aber vorübergehende Effekte am Werk. Dazu gehören die Energie- und Rohstoffpreise und in Deutschland zum Beispiel die wieder zurückgenommene Mehrwertsteuersenkung vom vergangenen Jahr. Die Inflationsraten werden daher im weiteren Verlauf sicherlich wieder deutlich fallen. Der künftige Pfad ist aber unsicher.

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