https://www.faz.net/-gqe-9egze

Bundesbank-Präsident Weidmann : „Deutsche Banken waren nicht nur Opfer“

  • Aktualisiert am

Bundesbankpräsident Jens Weidmann Anfang September in Wien. Bild: AFP

Die Finanzkrise sei „auch eine deutsche Krise“ gewesen, mahnt Jens Weidmann. Dass so etwas nie wieder passieren könne, hält er für eine Illusion.

          1 Min.

          Zehn Jahre nach der Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers und der darauf folgenden weltweiten Bankenkrise verortet Bundesbank-Präsident Jens Weidmann die Ursachen für die Krise nicht allein in den Vereinigten Staaten. Die Krise habe zwar in Amerika ihren Anfang genommen, „aber die deutschen Banken waren nicht nur Opfer“, sagte Weidmann der „Bild“-Zeitung. „Die Finanzkrise war auch eine deutsche Krise.“ Viele deutsche Institute seien hohe Risiken eingegangen, die sie letztlich nicht tragen konnten.

          Dieses Geschehen habe damals „viele Bürger tief verunsichert und das Vertrauen in das Finanzsystem erschüttert“, sagte Weidmann weiter. „Auch das Vertrauen in den Staat hat wohl teilweise gelitten.“

          Inzwischen sei die Regulierung strenger geworden, dennoch sei es eine „Illusion“ zu glauben, der Staat könne derartige Krisen komplett verhindern, sagte der Notenbank-Präsident.

          Wenige Strafen

          Angesprochen darauf, dass bis heute nur sehr wenige Banken-Vorstände für ihre Fehler bestraft wurden, sagte Weidmann: „Ich verstehe, dass viele Bürger die Erwartung hatten, dass in besonders schweren Fällen Manager vor Gericht gestellt und bestraft werden. Und ich kann auch ihre Enttäuschung verstehen.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Das Kohlekraftwerk Mehrum im Landkreis Peine

          Europas „Green Deal“ : EU will bis 2050 Klimaneutralität erreichen

          Am Mittwoch will die neue EU-Kommission ihren „Green Deal“ vorstellen, nach dem Europa bis 2050 klimaneutral werden soll. Voraussetzung ist der Kohleausstieg aller Länder. Für die vom Strukturwandel besonders betroffenen Regionen soll es Übergangshilfen geben.

          Muhammad Bin Salmans Pläne : Der Ölprinz mit der Billion

          Er ist jung und braucht das Geld: Der saudische Kronprinz Muhammad Bin Salman bringt den weltgrößten Ölkonzern Saudi Aramco an die Börse. Damit will er nicht nur das Land reformieren, sondern auch die eigene Macht sichern.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.