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Start für 20. Juli geplant : Jeff Bezos fliegt ins All

Hat schon lange im All große Pläne, demnächst fliegt er selbst hin: Jeff Bezos Bild: Reuters

Der scheidende Amazon-Chef will beim ersten bemannten Flug seines Raumfahrtunternehmens Blue Origin selbst an Bord sein – und jemanden aus seiner Familie mitnehmen.

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          Wenn Jeff Bezos am 5. Juli sein Amt als Vorstandsvorsitzender des Online-Händlers Amazon.com abgibt, wartet ein anderes Großprojekt auf ihn: Wie er am Montag ankündigte, will er am 20. Juli in den Weltraum fliegen. Das ebenfalls von ihm gegründete Raumfahrtunternehmen Blue Origin will dann zum ersten Mal Menschen ins All befördern, und Bezos soll einer der Passagiere sein. „Seit ich fünf Jahre alt bin, habe ich davon geträumt, in den Weltraum zu reisen,“ schrieb er auf seinem Instagram-Konto. Dort kündigte er auch an, sein Bruder Mark werde ihn auf dem Flug begleiten.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Blue Origin hatte vor rund einem Monat Pläne für den ersten bemannten Flug publik gemacht. Zu den Passagieren hieß es damals nur, einer der Plätze solle an einen Weltraumtouristen versteigert werden, und der Erlös der Auktion solle an eine Stiftung von Blue Origin fließen, die junge Menschen für Wissenschaft und Raumfahrt zu interessieren versucht. Am Montag teilte das Unternehmen mit, das Gebot für diesen Platz stehe derzeit bei 2,8 Millionen Dollar, und fast 6000 Personen aus 143 Ländern hätten schon bei der Auktion mitgemacht. Die Raumkapsel des Raketensystems New Shepard, das bei dem Flug am 20. Juli zum Einsatz kommen soll, bietet insgesamt sechs Passagieren Platz.

          Blue Origin im Jahr 2000 gegründet

          Die von Blue Origin geplanten Trips sind vergleichsweise kurz und sollen bis zur Kármán-Linie gehen, die hundert Kilometer über dem Meeresspiegel liegt und als Grenze zwischen der Erdatmosphäre und dem Weltraum gilt. Die Passagiere sollen dann für wenige Minuten das Gefühl der Schwerelosigkeit erleben können, bevor die Kapsel wieder auf die Erde zurückkehrt.

          Jeff Bezos hat Blue Origin im Jahr 2000 gegründet, sechs Jahre nach Amazon. Er hat einmal gesagt, er verkaufe jedes Jahr Amazon-Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar, um das Raumfahrtunternehmen zu finanzieren. Blue Origin wollte ursprünglich schon 2018 Touristen ins All bringen, diese Pläne haben sich aber wie in der Branche üblich verzögert. Nach dem Flug im Juli soll es in diesem Jahr noch weitere Trips geben. Wie viel ein regulärer Touristensitz kosten soll, ist bislang nicht bekannt. Es wird aber damit gerechnet, dass es einige hunderttausend Dollar sein werden.

          Nachfolger Andy Jassy steht bereit

          Auch andere Unternehmen arbeiten daran, Touristen in den Weltraum zu befördern. Etwa Virgin Atlantic, ein Anbieter, hinter dem der britische Milliardär Richard Branson steckt. Branson plant, selbst bald bei einem Virgin-Flug ins All an Bord zu sein. Dann gibt es auch noch Elon Musk, den Vorstandschef des Elektroautoherstellers Tesla, der wie Bezos ein Zweitprojekt in der Raumfahrt hat. Sein Unternehmen Space X hat vor, noch in diesem Jahr Zivilisten in den Weltraum zu bringen. Es hat für die amerikanische Raumfahrtbehörde in jüngster Zeit schon mehrfach Astronauten zur Weltraumstation ISS befördert. Außerdem hat es kürzlich auch einen Nasa-Auftrag zur Entwicklung einer Mondlandefähre gewonnen und dabei Blue Origin ausgestochen. Blue Origin hat gegen die Entscheidung aber Protest eingelegt.

          Seinen Rückzug vom Amazon-Vorstandsvorsitz hat der 57 Jahre alte Bezos im Februar bekanntgegeben. Sein Nachfolger wird der 53 Jahre alte Andy Jassy, der bislang das wachstumsstarke und profitable Geschäft mit Cloud Computing in der Sparte Amazon Web Services (AWS) geführt hat. Bezos will Amazon allerdings weiterhin als geschäftsführender Vorsitzender des Verwaltungsrats verbunden bleiben. Er hat gesagt, er werde auch künftig bei „wichtigen Amazon-Initiativen“ eine Rolle spielen. Ansonsten wolle er aber mehr Zeit für seine anderen Interessen wie Blue Origin aufwenden.

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