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Umstrittene Einstellungspraxis : Jeder fünfte Post-Vertrag ist befristet

  • Aktualisiert am

Eine Mitarbeiterin der Deutschen Post sortiert Großbriefe im Briefzentrum in Leipzig, Sachsen. Bild: dpa

Die Deutsche Post steht aufgrund ihrer Personalpolitik scharf in der Kritik. Jetzt gibt es neue Details über unsichere Beschäftigungsverhältnisse der Angestellten.

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          Fast jeder fünfte Brief- und Paketzusteller bei der Deutschen Post soll nach Informationen der „Bild am Sonntag“ nur einen befristeten Vertrag haben. Wie die Zeitung unter Berufung auf Konzernunterlagen berichtete, haben etliche davon angeblich weniger als drei Monate Laufzeit.

          Ein Post-Sprecher sagte in Düsseldorf, man gehe generell „sehr verantwortungsbewusst mit dem Instrument der Befristung“ um. Den Angaben des Berichts widersprach er nicht, detaillierte Zahlen zum Anteil der befristeten Kräfte wurden allerdings nicht genannt.

          Der Zeitung zufolge beschäftigte die Post im Bereich „Brief“ Ende des vergangenen Jahres insgesamt 14 780 befristet eingestellte Kräfte. Hinzu kommen sollen 10.335 nicht ständig befristet Beschäftigte und sogenannte Abrufkräfte.

          Dagegen betonte die Post: „Allein letztes Jahr haben wir 9000 befristete Arbeitsplätze in unbefristete umgewandelt und zudem in diesem Jahr bereits 2500 unbefristete Jobs geschaffen.“ Insgesamt beschäftige der Konzern Deutsche Post DHL Group weltweit rund 520.000 Mitarbeiter, darunter 108.000 Brief- und Paketzusteller.

          Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte in den vergangenen Tagen bereits angekündigt, den Einfluss des Bundes bei der Deutschen Post für eine Änderung der Einstellungspraxis zu nutzen. Er hatte damit auf Entfristungskriterien reagiert, die sich an Krankheitstagen und Unfällen mit Postautos orientieren. Der Bund hält über die Staatsbank KfW knapp 21 Prozent an dem Dax-Unternehmen.

          Die Chefin der Kommunikationsgewerkschaft DPV, Christina Dahlhaus, äußerte Kritik an „Kettenbefristungen“. Mehrere zeitlich begrenzte Verträge hintereinander seien eine „soziale Zumutung“.

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