https://www.faz.net/-gqe-a7pbx

Designierte Finanzministerin : Yellen nennt China „wichtigsten strategischen Konkurrenten“

  • Aktualisiert am

Per Video zugeschaltet: Janet Yellen sagt vor dem Senat aus Bild: Reuters

Die künftige amerikanische Finanzministerin positioniert sich klar – zu neuen Konjunkturhilfen, zum Dollar und zu Fernost.

          1 Min.

          Die designierte amerikanische Finanzministerin Janet Yellen hat sich gegen eine gezielte Schwächung des Dollar-Kurses ausgesprochen. Die Vereinigten Staaten wollten keinen schwächeren Dollar anstreben, um Vorteile im internationalen Handel zu erzielen, versicherte Yellen während einer Anhörung vor dem Finanzausschuss des Senats. Sie werde auch gegen entsprechende Versuche anderer Länder vorgehen.

          Die künftige Finanzministerin kündigt damit einen Wechsel in der Währungspolitik zumindest gegenüber der nun ausscheidenden Administration an. Präsident Donald Trump hatte mehrfach deutlich gemacht, gezielt einen schwächeren Dollar anzustreben, um Vorteile für die heimische Exportwirtschaft zu erreichen. Verglichen mit den teils provokanten Äußerungen der Trump-Regierung gilt die Ankündigung Yellens als ein Schritt in Richtung „normaler“ Wechselkurspolitik mit jahrzehntelanger Tradition.

          In ihrem neuen Amt will Yellen mit großzügigen Maßnahmen gegen die Folgen der Corona-Krise für die Wirtschaft ankämpfen. „Das smarteste, was wir machen können, sind große Schritte. Ich bin überzeugt, dass auf lange Sicht die Vorteile die Kosten überwiegen werden“, sagte sie.

          Die ehemalige Notenbankchefin räumte ein, dass der Anstieg der Staatsverschuldung im Zuge der Pandemie schon jetzt ein Grund zur Sorge sei. Aber die Regierung müsse dafür sorgen, dass Menschen geimpft würden, Unternehmen die Krise überlebten und lokale Infrastruktur funktioniere. Ohne solche Maßnahmen, die jetzt mit Kosten verbunden seien, könnten die langfristigen Folgen für die Wirtschaft und den Staatshaushalt viel schlimmer sein, betonte sie. Der künftige Präsident Joe Biden, der am Mittwoch vereidigt wird, hat schon weitere Konjunkturmaßnahmen in Aussicht gestellt.

          Yellen bezeichnete China als „wichtigsten strategischen Konkurrenten“ der Vereinigten Staaten. Wie Biden sagte sie, dass man die Herausforderungen durch China gemeinsam mit den Verbündeten der Amerikaner angehen und die eigene Wirtschaft stärker und konkurrenzfähiger machen müsse.

          Bidens Vorgänger Donald Trump hatte die Vereinigten Staaten in einen Handelskrieg mit China mit einer Serie von Strafzöllen verwickelt. Yellen betonte zugleich, dass sie für ein hartes Vorgehen gegen Fehlverhalten wie etwa Produktpiraterie sei.

          Weitere Themen

          Dax steigt auf Rekordhoch Video-Seite öffnen

          Trotz Corona : Dax steigt auf Rekordhoch

          Der Höhenflug an den Aktienmärkten hält an. Befeuert von soliden Firmenbilanzen stieg der Dax bis zum Freitagnachmittag um 1,2 Prozent auf ein Rekordhoch von 15.431,09 Punkten.

          Biden bestraft Russland

          Sanktionen nach Cyberangriff : Biden bestraft Russland

          Der amerikanische Präsident erklärt die russische Bedrohung zu einem nationalen Notstand. Zehn russische Diplomaten müssen das Land verlassen. Der Handel mit russischen Staatsanleihen wird verboten.

          Topmeldungen

          Die menschenleere Innenstadt von Hannover Anfang April: Die Ausgangssperre ist auch ein deutliche Zeichen an die Leichtsinnigen und Gleichgültigen.

          Bundes-Notbremse : Leichtsinnige, Verbohrte, Gleichgültige

          Es liegt nicht am „Versagen“ von Bund, Ländern und Kommunen, dass die Notbremse überfällig ist. Es liegt an widersprüchlichen Interessen, deren Gegensätze größer, nicht kleiner werden.
          Sieht sich als Volkstribun: Markus Söder (CSU, l.), hier am 11. April mit Armin Laschet (CDU) in Berlin

          Söders Ambitionen : Die Zerstörung der CDU?

          Macron in Frankreich, Kurz in Österreich und Trump in Amerika haben vorgemacht, wie man jenseits der etablierten Parteistrukturen an die Macht kommt. Manches spricht dafür, dass Bayerns Ministerpräsident etwas Ähnliches vor hat.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.