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Jagdhaus in Österreich : Wo Berthold Beitz das Wild erlegte

Imposanter Hügel: die frühere Jagd von Berthold Beitz Bild: Michaela Seiser

Das ehemalige Anwesen von Thyssen-Krupp in Gerlos gehört heute einer Seilbahngesellschaft. Der kleine Ort in Tirol verbindet viel mit dem Stahlkonzern – und seinem legendären Manager.

          3 Min.

          Holsteiner. So heißt der Hirsch, der am 2. August 1988 von Berthold Beitz erlegt wurde. Das Geweih wiegt 13 Kilo. Es ist seine kapitalste Trophäe in Tirol. Wie zahlreiche andere hängt sie im Alfried Krupp Jagdhaus in Gerlos. Das Haus im Zillertal ist voller Erinnerungen an den langjährigen Generalbevollmächtigten von Thyssen-Krupp. Nach wie vor gibt es eine kleine Bibliothek im Salon. Dort stehen Bücher über Adenauer, Weizsäcker und Rabin genauso wie zur deutschen Geschichte sowie über Brueghel und Meissener Porzellan. Der alte Kachelofen ist schon länger nicht mehr in Betrieb. Im Vorzimmer steht ein Sessel, den eine große Decke aus Fuchspelz drapiert. Vier Dutzend Füchse brauchte es dafür.

          Michaela Seiser
          Wirtschaftskorrespondentin für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          In dem Haus, das Beitz nach dem Zweiten Weltkrieg mit Hilfe von deutschen Industriearchitekten bauen ließ, wurden große Geschäfte für den Stahlkonzern angebahnt. In den Revieren durften Geschäftspartner und verdiente Mitarbeiter gratis zur Jagd. Wenn Beitz samt Entourage anrückte, war das weibliche Dienstpersonal zur Stelle, um Frühstück noch in der Nacht zu servieren. Das ist schon lange nicht mehr so. Seit das Management von Thyssen-Krupp als Folge der Konsolidierung beschloss, sich von der Jagd zu trennen, bläst die örtliche Seilbahngesellschaft als neuer Betreiber der Reviere mit nunmehr 8000 Hektar auf Tiroler Seite zum Halali. Es ist nur noch ein Teil des einstigen Gebiets, das seinerzeit zu den größten Jagden zwischen Bregenz und Eisenstadt gehörte.

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