https://www.faz.net/-gqe-2rdq

IWF : Türkei nimmt weitere Hürde

  • Aktualisiert am

Noch liegen die IWF-Kredite auf Eis. Doch noch in dieser Woche könnte die Türkei die lang ersehnte Tranche überwiesen bekommen.

          1 Min.

          Die türkische Bankenaufsicht hat fünf hoch verschuldete Privatbanken des Landes unter ihre Kontrolle gestellt, womit die Türkei eine weitere Hürde für die Freigabe der eingefrorenen IWF-Kredite genommen hat.

          Wie die Aufsichtsbehörde in Istanbul weiter mitteilte, stellen die Institute eine Gefahr für die Stabilität des Finanzsystems dar. Die Türkei hat dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zugesagt, bis zum Jahresende alle von der Bankenaufsicht kontrollierten Institute zu veräußern oder zu schließen. Eine Umstrukturierung des reformbedürftigen türkischen Finanzsystems gilt als wichtige Bedingung für die baldige Auszahlung der in der vergangenen Woche auf Eis gelegten IWF-Gelder über 1,562 Milliarden Dollar. Aus IWF-Kreisen heißt es, der Fonds könne schon am Mittwoch oder Donnerstag die Kredite wieder freigeben.

          Als Reaktion auf die jüngste Finanzkrise des Landes Anfang des Jahres hat die türkische Bankenaufsicht nun insgesamt bereits 18 Banken unter ihre Kontrolle genommen. Die fünf am Dienstag übernommenen Privatinstitute Bayindirbank, EGS Bank, Kentbank, Tarisbank und Sitebank seien stark überschuldet, teilte die Behörde weiter mit. Sie würden nun auf einen möglichen Verkauf vorbereitet.
          IWF und Weltbank haben der Türkei wegen der jüngsten Finanzkrisen des Landes insgesamt rund 15,7 Milliarden Dollar an Krediten in Aussicht gestellt, deren Auszahlung aber von Reformen des Bankensektors und Privatisierungen abhängig gemacht.

          IWF und Weltbank hatten in der vergangenen Woche die Freigabe von etwa 3,3 Milliarden Dollar verschoben. Sie begründeten dies mit dem nach ihrer Ansicht zu schleppenden Fortschritt bei den Reformen des Bankensystems und der Privatisierung der Türk Telekom. Die Regierung habe bei der Neubesetzung des Telekom-Vorstandes entgegen vorheriger Absprachen den Vorsitzenden auf seinem Posten belassen und zahlreiche Politiker anstelle der geforderten Experten aus der Privatwirtschaft in das Gremium berufen, hieß es vom IWF.

          Weitere Themen

          Lufthansa solle aufhören zu „zocken“ Video-Seite öffnen

          UFO stellt Ultimatum : Lufthansa solle aufhören zu „zocken“

          Die Kabinengewerkschaft UFO will den Arbeitskampf bei der Lufthansa wieder aufnehmen, sollte die Fluggesellschaft nicht zu Kompromissen bereit sein. Sollte Lufthansa weiter „zocken“, werde man sich schon in naher Zukunft auf erneute Streiks einstellen müssen.

          Topmeldungen

          TV-Debatte der Demokraten : Biden kämpft um seinen Status

          Bei der fünften Debatte der Demokraten versuchten sich die zentristischen Kandidaten zu profilieren: Joe Biden ist nicht mehr der unumstrittene Favorit. Natürlich ging es dabei auch um das Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Trump.
          Der amerikanische Präsident Donald Trump gemeinsam mit Apple-Chef Tim Cook in einem Computerwerk in Austin, Texas

          Freundschaftstest : Trump macht Apple Hoffnung

          Tim Cook empfängt den Präsidenten zum Fototermin in einem Computerwerk in Texas. Dieser nützt die Kulisse für Attacken gegen seine politischen Gegner – und signalisiert, dass Apple von Strafzöllen verschont werden könnte.
          Sandra Maischberger diskutierte mit ihren Gästen am 20. November 2019 die aktuellen Ereignisse der vergangenen Woche.

          TV-Kritik: „Maischberger“ : Knallharte und Stehgeiger

          Mit dieser Beschreibung charakterisierte der Journalist Hajo Schumacher bei Sandra Maischberger die beiden Vorsitzenden der Grünen. Diese haben ihren Parteitag hinter sich, die CDU noch vor sich – das bestimmte dann auch diese Sendung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.