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Konjunkturausblick : IWF erwartet „vorsichtige“ Stabilisierung

Bild: dpa

Der Internationale Währungsfonds erwartet eine träge Entwicklung der Weltkonjunktur, sieht aber Hoffnungsschimmer. Deutschland bleibe aber eines der Sorgenkinder.

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          Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet eine träge Entwicklung der Weltkonjunktur, sieht aber Hoffnungsschimmer. Das geht aus dem Jahreswirtschaftsausblick hervor, den der Fonds am Montag in Davos präsentiert hat. „Die aktuelle Lage lässt sich in vier Worten beschreiben: vorsichtige Stabilisierung, schwerfällige Erholung“, sagte IWF-Präsidentin Kristalina Georgiewa. Deutschland bleibe eines der Sorgenkinder mit unterdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum in diesem Jahr (plus 1,1 Prozent) und im nächsten Jahr (plus 1,4 Prozent). Die alten Industrieländer legten 2020 und 2021 um 1,6 Prozent zu.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Selbst für das vom Brexit gebeutelte Großbritannien erwartet der IWF mehr Wachstum als für Deutschland. Die IWF-Chefökonomin Gita Gopinath macht Deutschland gleichwohl etwas Hoffnung. Exportnationen dürften von einer wachsenden globalen Nachfrage profitieren. Risiken dürften sich verringern. Gopinath verweist auf das Handelsabkommen zwischen Amerika und China und die wachsende Hoffnung, dass Großbritannien die EU geordnet verlassen wird. Auch deuteten Frühindikatoren auf eine Belebung von Industrieproduktion und Handel hin nach einer Phase des Rückganges.

          Eine wichtige Rolle spielen dabei Fortschritte in der Autoindustrie, nachdem diese vor allem in Deutschland durch neue Emissions-Standards schwer gebeutelt worden war. Darauf hätten sich die Autohersteller nun eingestellt. Gopinath verband die Prognose mit der abermaligen Empfehlung an Deutschland, die Haushaltsüberschüsse für Investitionen zu nutzen. Trotz der Lichtblicke revidiert der Währungsfonds seine Wachstums-Prognose für die Weltwirtschaft leicht um 0,1 Prozentpunkte nach unten: 2,9 Prozent in diesem Jahr und 3,3 Prozent im kommenden Jahr werden nun vorhergesagt. An der Revision ist vor allem Indien schuld, dass hinter den Erwartungen zurückbleibt.

          Ohnehin ist die Prognose mit Unsicherheiten behaftet, die der Fonds nicht verschweigt: Sie hängt von der Erholung großer Schwellenländer wie Brasilien, Iran, Argentinien und Mexiko ab, die man nicht als gewiss einbuchen kann.  

          Der Fonds macht sich für ein multinationales Steuersystem stark, um der wachsenden Bedeutung der Digitalwirtschaft und mächtiger Internetkonzerne Rechnung zu tragen. Gewinne müssten besteuert und verteilt werden. Gopinath betonte, dass Entwicklungsländer in die Genese und Umsetzung dieses neuen Steuerregimes eingebunden werden müssten.

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