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Verschwundener Journalist : IWF-Chefin Lagarde bläst Reise nach Saudi-Arabien ab

  • Aktualisiert am

IWF-Chefin Christine Lagarde im Oktober 2018 in Nusa Dua auf Bali Bild: AFP

Nach mehreren amerikanischen Unternehmern zieht nun auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds ihre Zusage zu einer Investorenkonferenz in Riad zurück. Ein offizieller Grund wird nicht genannt.

          Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat ihre geplante Reise in den Nahen Osten verschoben, wo sie an einer großen Investoren-Konferenz in Saudi-Arabien teilnehmen wollte. Das teilte ein IWF-Sprecher am Dienstagabend (Ortszeit) in Washington mit. Noch vor wenigen Tagen hatte Lagarde erklärt, sie werde trotz erheblicher Vorwürfe gegen die politische Führung des Königreichs in Zusammenhang mit dem Verschwinden des Journalisten Dschamal Chaschukdschi nach Riad reisen.

          „Die ursprünglich geplante Reise der Managing-Direktorin in die Nahost-Region wird verschoben“, sagte ein Sprecher des IWF, ohne weitere Angaben zu machen. Am 23. Oktober soll eine große Investorenkonferenz mit einem Großaufgebot an Prominenz aus Wirtschaft und Politik in Riad steigen. Nach den Vorkommnissen um Chaschukdschi hagelte es jedoch Absagen.

          Unter anderem haben der Chef der Großbank HSBC, John Flint, sowie die Vorstandsvorsitzenden des Unterhaltungskonzern Viacom und vom Fahrdienstleister Uber abgesagt. Der britische Großinvestor Richard Branson hatte seine Zusage ebenfalls schon zurückgezogen. Auch zahlreiche Medien werden dem Treffen fernbleiben.

          Bisher nicht offiziell abgesagt haben unter anderem der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin und der Vorstandsvorsitzende von Siemens, Joe Kaeser. Von Siemens hatte es am Dienstag geheißen, man beobachte die Situation noch.

          Chaschukdschi wird seit Anfang Oktober vermisst, nachdem er das saudiarabische Konsulat in Istanbul besucht hatte. Nach Darstellung der türkischen Regierung wurde er in der diplomatischen Vertretung getötet. Die Außenminister der sieben führenden Industrieländer (G7) äußerten sich „sehr besorgt“ über
          das Verschwinden Chaschukdschi und forderten von der Regierung in Riad eine gründliche, transparente und rasche Untersuchung. 

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